Manifest der Mitte: Konzentration + Kooperation + Koordination

Manifest der Mitte: Konzentration + Kooperation + Koordination

Unfassbar viel Rennerei. Ständig fehlt etwas. Alle sind erschöpft. Ruhe und konzentriertes Arbeiten? Fehlanzeige!

Bla-Bla-Teambesprechungen, die ohne Ergebnisse bleiben und nur Nerven & Zeit kosten.

Warum ist das so? Warum fällt es uns so schwer, die besprochenen Dinge umzusetzen?

Wie geht echte Veränderung? Und wie schaffen wir es, dieses wichtige Thema nicht dem Zufall überlassen zu müssen?

Genau das treibt mich seit nunmehr 25 Jahren um. Sowohl in meinem Job im Bereich Organisationsentwicklung bzw. Qualitätsmanagement als auch in meinem privaten Umfeld.

Ertrinkenden kann man nicht das Schwimmen beibringen.

Gerade QM: Wenn wir genauer hinschauen, dann ist QM mit all seinen Regularien ein Paradebeispiel dafür, wie Veränderung NICHT gelingen kann. – Zumindest, wenn man einen ganz wesentlichen Aspekt vernachlässigt. Denn regelmäßig werden die Vorschriften einfach zusätzlich in die Praxis gepresst und dann wundert man sich, warum sich nichts ändert. Ganz zu schweigen davon, dass sich etwas verbessert.

Warum? Weil die Basis fehlt. Weil zum alltäglichen Wahnsinn noch etwas dazu gepackt wird. Viel wichtiger wäre es jedoch, etwas wegzunehmen. Und damit für  Ruhe und Sicherheit zu sorgen.

Einem Ertrinkenden kann man nicht das Schwimmen beibringen.

 

„Tension is the enemy of strength.“ Lawrence van Lingen

 

Vor einiger Zeit bin ich in den Triathlon eingestiegen und habe seitdem eine regelrechte Transformation durchlebt. Das größte Geschenk: Durch mein Lauftraining mit einem echten Profi kam ich zu einer ganz veränderten (Körper-) Haltung. (Und YEY! In seiner Community betreut er nicht nur Weltmeister Triathleten wie Jan Frodeno, sondern auch Normalos wie mich!)

Ich freue mich nicht nur über eine unfassbare Leichtigkeit beim Laufen, sondern bin durch eine einzige Übung in wenigen Monaten sogar 2 cm gewachsen. (Easy! Die Übung ist so leicht wie Legobauen. Und wäre ein Segen für dein gesamtes, rückengeplagtes Team). In jedem meiner künftigen Workshops bring ich meine Matte mit und zeig euch, wie das geht 😅 Durchs Wasser kraule ich jetzt – mit zig Kilos weniger unter dem Neopren – und endlich steht auch ein geiles Rennrad im Stall. Plus meine Neugier, was noch alles möglich ist.

Wie oft hab ich schon Laufkurse oder was weiß ich alles ausprobiert. Doch immer bin ich krachend gescheitert, weil es Methoden waren. Tricks.

„Halte den Arm so, die Beine so…“ alles Quatsch.
Die Muskeln sind nicht dazu da, die Knochen krampfhaft in der richtigen Position zu halten. Stattdessen müssen wir vorhandene Verspannungen lösen, die Zusammenhänge verstehen und gezielt daran arbeiten, dass die Knochen wieder natürlich „ins Lot“ und Bewegung damit leicht fallen kann.
Anschließend setzen die Muskeln nur noch Impulse.

Genauso die Ernährung. Diäten helfen nichts. Wir müssen verstehen, wie Stoffwechsel funktioniert und die Ernährung entsprechend unserem Alter und der Lebenssituation anpassen. Wir müssen an die Basis. Verstehen, wie es alles zusammenhängt.

Übertragen auf die Zahnarztpraxis und die Themen Führung oder Abläufe dito: Es hilft nichts, mit Tricks wie Zielvereinbarungen zu arbeiten, um die Leute zu motivieren und zu irgendeinem gewünschten Verhalten „zu bringen“. Das funktioniert so nicht. Wir können niemanden motivieren. Jeder entscheidet selbst, was ihn motiviert. Es hilft auch nichts, insgeheim unsere Mitarbeiter zu manipulieren. Deine Mitarbeiter sind ja nicht doof. Gute Führung geht anders.

Auch nachhaltige Veränderung geht anders. Sie ist keine Zauberei, sondern für jeden klar, leicht und nach etwas Übung auch einfach „umzusetzen“. Weil es die natürlichste Sache der Welt ist.

Es geht nicht darum, irgendeine Methodik „einzuführen“, die sich jemand ausgedacht hat. Vielmehr gilt es, die für euch passende Veränderung aus eurer  Mitte heraus wachsen zu lassen.

Spielend leicht.

Konzentration

Betrifft den Einzelnen.

Wenn unsere Gedanken in der Vergangenheit oder in der Zukunft hängen, ist das die Hauptursache von Sorgen, innerer Unruhe, Angst und Stress. Man könnte auch sagen: Energievampire, die wir uns selbst in Gedanken erschaffen. In meinem Mentoring gehen wir diesen Grübeleien, die immer wieder Grund unserer Erschöpfung sind, an den Kragen.

Denn wir können jederzeit dafür sorgen, dass wir unsere – auf Wanderschaft geratenen – Gedanken zurückholen, um uns auf das zu konzentrieren, was gerade wichtig ist. Das hier und jetzt. Der Patient, der gerade vor uns sitzt.

Stell dir ein Auto vor, dass immer wieder vom A nach B und zurück fährt. Das kostet Zeit und Sprit. Viel effizienter wäre es, erst die Aufgabe an Ort A zu erledigen bevor wir nach B fahren.

Ähnlich verhält es sich mit unserer Konzentration. Wenn wir lernen, uns nicht zu verzetteln, sondern uns auf eine Sache zu konzentrieren, können wir unfassbar viel Energie sparen. Wir sind nicht nur ausgeruhter, sondern können uns in Themen besser vertiefen.

Auch wenn uns Konzentration nicht in die Wiege gelegt oder in der Schule gelehrt wird.  Wir können diese lebensverändernde Kompetenz lernen und entwickeln.

Denn sobald wir uns gezielt fokussieren können, sind wir nicht länger Spielball der Anderen, sondern entscheiden selbst, wohin unsere Energie fließt. Was im Fokus ist – und vielleicht noch viel wichtiger: was nicht.

Wir sind präsenter. Wir können innere Unruhe und Stress besser bewältigen.

Schlaf abgezogen, stehen uns durchschnittlich 16 Stunden pro Tag zur Verfügung, um uns in Konzentration zu üben. Am besten übt sich in Konzentration, wenn das Thema einfach konsequent in den Alltag verlegt wird. Indem wir uns z.B. in Gesprächen 100%ig auf das Gegenüber fokussiert bleiben. 

 

Wir sind das, was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist deshalb keine Handlung, sondern eine Gewohnheit. Aristoteles

Das heißt, wir haben es selbst in der Hand.

Wir können uns 10 Std. am Tag ablenken (lassen). Dann sind wir schon bald Profis  im Abgelenkt sein. Oder aber wir nutzen die vielen Stunden, um uns im Alltag immer wieder zu fokussieren. Um zu üben.

Wir können nur ein fokussiertes Leben führen, wenn wir fokussiert sein können. Und das können wir nur, wenn wir es üben. Im Alltag. Nicht 30 Minuten am Tag in einer Meditation, wenn wir uns den Rest des Tages mit Insta & Co ablenken lassen. Wir entscheiden selbst.

Kooperation

Betrifft das Team.

Die Frage lautet: Warum gibt es die Organisation Zahnarztpraxis?

Weil es der Zahnarzt alleine nicht schafft. Die Aufgaben sind einfach zu vielschichtig. Könnte er es alleine schaffen, würde er es sicher tun!

Was ist die Folge? Jeder im Team ist gleich wichtig. Denn hätte der Mitarbeiter keine wichtige Aufgabe, wäre er wahrscheinlich nicht angestellt (Oder hat schon mal jemand einen Portfoliomanager in der Zahnarztpraxis gesehen??) Jeder leistet seinen wichtigen Beitrag, ohne den die Praxis nicht laufen würde.

Bedeutet: Es läuft erst dann reibungslos, wenn ich dem Nächsten so zuarbeite, dass dieser optimal weitermachen kann.

Dafür braucht es einen Schlüssel:

Kooperation. Den WILLEN zu WOLLEN. Füreinander. Miteinander. Es braucht eine Kooperationsarena. Eine Leistungspartnerschaft. Gute Kommunikationskanäle. Und es braucht Vertrauen. (wer hier vertiefend einsteigen will, dem empfehle ich die Lektüre von Reinhard K. Sprenger!!)

Warum ist Vertrauen so wichtig? Weil es Unternehmen schneller macht, weil es dafür sorgt, dass Wissen geteilt wird und weil es Kreativität und Eigenverantwortlichkeit fördert. Damit nicht genug. Vertrauen senkt die Kosten (wir können uns z.B. misstrauensgetriggerte Raport-Schleifen sparen) und es bindet unser wertvollstes Gut, den Mitarbeiter, und schützt dessen ureigene Motivation.

Nur so kann Führung langfristig erfolgreich sein. Und jeder, der schon mal verzweifelt versucht hat, seinen Stiefel im Team durchzudrücken, wird mir insgeheim recht geben. Vertrauen ist die Basis von Führung.

Wichtig zu wissen: Vertrauen ist nicht selbstverständlich, sondern wird gegeben. Dazu muss die Führung zumindest  glaubwürdig, berechenbar und vor allem geradlinig und in ihrem Verhalten vorhersehbar sein. Erfolgreiche Führung besinnt sich also nicht auf (hinterhältige) Tricks, um gut anzukommen, sondern stellt sich selbst in den Hintergrund und fördert das Team.

Eine gute Führung schafft also die Voraussetzungen, dass gute Zusammenarbeit gelingen kann. Sie sorgt für Koordination.

Natürlich gelingt ihr das nicht alleine oder am grünen Tisch.

Der Einzelne muss die Entscheidung treffen, ob er im Team kooperieren möchte. Ob er entschieden an Bord sein möchte. Ob er sich und seine wertvolle Lebenszeit in diesem Setting einbringen möchte. Wenn ja – und nur dann – kann das Team in die dritte Phase Koordination eintauchen.

Koordination

Die vorbereitete Umgebung:

Hier schaffen wir die systemischen Voraussetzungen für eine gelingende Zusammenarbeit.

Stichwort Staffelstabübergabe. Hindernisse aus dem Weg räumen. Dinge vereinfachen.

Was braucht der  Kollege, um optimal weiterarbeiten zu können? Was erleichtert eine gute Zusammenarbeit? Wie gelingt es, dass Mitarbeiter wieder in die Eigenverantwortung gehen?

Ganz nach dem Motto: Verantwortung kann man nicht vergeben – Verantwortung muss man sich nehmen. Dies gelingt z.B. mit klaren Zuständigkeiten, klaren Abläufen, Mental Load-Abbau. Es gelingt mit geteiltem Wissen, mit Vertrauen statt Misstrauen und einer gesunden Fehler-Einstellung: „Guter Punkt! Hatten wir so noch gar nicht auf dem Schirm. Wie können wir das lösen?“

Pragmatisch. Hemdsärmelig. Veränderungen anpacken und einfach mal ausprobieren, statt in Dauerschleife immer wieder nur darüber zu reden.

Nüsse sind zum Knacken da. 

Wo zeigen sich Systemfehler? Was fällt uns immer wieder vor oder sogar auf die Füße? Und dann gilt es, ins Handeln zu kommen. Wie geht das leichter? Welche Hürden können wir aus dem Weg räumen? Wie können wir die Abläufe so verbessern, dass immer alles zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist (Personen, Materialien, Geräte, Informationen oder auch notwendige Dokumente)? Nur darauf kommt es an.

Erst die Entscheidung jedes Einzelnen im Team: Will ich mich einbringen? Bin ich kooperativ?

Und dann die Abläufe gestalten, damit es einfacher wird. Damit Mental Load abgebaut werden kann. Damit gestalten statt verwalten zur guten Gewohnheit wird. 

PRAXISENTWICKLUNG
tief verwurzelt & AUS DER MITTE HERAUS:

 

Es braucht Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit & Strukturen. Es braucht ein gutes System, in dem wir unser volles Potential entfalten können. Indem wir gemeinsam wachsen können.

Es braucht KONZENTRATION und KOOPERATION. Erst wenn das gegeben ist, gelingt KOORDINATION. Nicht umgekehrt.

GRATIS QM-WEBINAR AM 17. Februar 2027

Dir fällt es noch schwer, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden?

Du fragst dich, wie du am besten anfängst und was du tun kannst, damit dein QM wirklich was bringt?

Dann komm in mein gratis Webinar. Dort zeig ich dir ...

  • Wie du am besten anfängst, ohne überfordert zu sein.
  • Was die verpflichtende QM-RiLi des G-BA innerhalb von 3 Jahren von dir als Zahnarzt fordert.
  • erfolgreiche Wege, die dein QM und vor allem deine Praxis aufblühen lassen.
  • Wie du ganz einfach dafür sorgst, dass dein QM aktuell bleibt.💎
Lässig statt lästig ans Ziel. 4 Gründe, warum wir das mit QM alles machen.

Lässig statt lästig ans Ziel. 4 Gründe, warum wir das mit QM alles machen.

Lässig statt lästig ans Ziel.

 

Ohne Gedöns. Ohne Schnickschnack. Ich zeig dir jetzt, warum wir das alles machen. Warum braucht es überhaupt ein QM in der Zahnarztpraxis? Und wie gelingt es mir, auch noch lässig statt lästig ans Ziel zu kommen?

Der Alltag hat uns alle fest im Griff. Sinnloser QM-Aktionismus leider auch. Meist aus Unwissenheit und der damit verbundenen Unsicherheit. Stunden, Tage, Monate ziehen ins Land. Oft verpufft. Weil der rote Faden fehlt.

Und wir vergessen bei allem Aktionismus, warum QM? Bevor du also weiter Zeit verbrennst, lass uns dieser Frage jetzt mal in Ruhe nachgehen: Warum QM?

    1. Transaktionskosten senken.
    2. Rechtssicherheit, ruhig schlafen können
    3. Magnet für neue Mitarbeiter (wir haben Fachkräftemangel)
    4. Wir wollen, dass dir deine Wunschpatienten die Bude einrennen (mit den richtigen Patienten (und dem damit verbundenen Umsatz) machts mehr Spaß).

Wir machen QM in erster Linie NICHT, um Abläufe zu verbessern.

Vielmehr verbessern wir Abläufe, um den oben genannten Zielen näher zu kommen. Verbesserte Abläufe und eine sinnvolle Praxisstruktur sind das Mittel zum Zweck. Mit QM schaffst du ein System, dass dir dein Arbeitsleben erleichtert und deinem Privatleben mehr Zeit schenkt.

QM schenkt dir Sicherheit und sorgt dafür, dass deine Praxis mit jeder Kündigung besser wird. Einfach nur deshalb, weil du nicht jedes Mal von vorne anfängst, sondern mit jedem neuen Mitarbeiter weitere Expertise ins Haus holst. Du baust ein System und feilst daran. Du kümmerst dich aktiv darum, dass du als DER ZAHNARZT am Platz wahrgenommen wirst.

Macht doch Sinn, oder? Lass uns jetzt die Details beleuchten:

ERSTENS: Transaktionskosten senken

Mit einer Cerec-Krone oder Füllung verdienst du Geld. Klar. Das sind Prozesse, die unmittelbar der Wertschöpfung dienen und deine Kasse klingeln lassen.

Mit der Wartung deiner Stühle oder der Materialbestellung schauts schon ganz anders auch. Sie kosten richtig viel Geld und können damit eine ordentliche Kerbe in deine Bilanz schlagen.
Meine (und vielleicht auch deine) Erfahrung: Viele Geräte, die eigentlich gewartet und geprüft werden müssten, fallen unter den Tisch.

  • Weil es einfach keiner besser weiß.
  • Weil Geräte vergessen werden, wenn der Techniker da ist.
  • Und wo sind die ganzen Unterlagen und Prüfprotokolle dazu? Weiß Lisa. Lisa ist aber nicht mehr da.

VVG §81 lässt grüßen. Dort steht, dass Versicherungsleistungen reduziert oder gestrichen werden können, wenn der Betreiber seinen Pflichten vorsätzlich oder fahrlässig nicht nachkommt. Das kann bei einem Brand teuer werden.
Denn zu deinen Betreiberpflichten gehören nun mal ordentlich geprüfte Geräte.

Anderes Beispiel: Einkauf.
Die Schränke chaotisch. Materialien sind oft abgelaufen oder fehlen… Das alles kostet richtig Geld und verhindert möglicherweise sogar, dass die gewünschte Behandlung stattfinden kann. Wenn’s ganz dumm läuft, steht der Patient sogar auf der Matte, weil vorher keiner geschaut hat, ob alles da ist.

Transaktionskosten sind alle Prozesskosten, die deinen Laden am Laufen halten, aber nicht unmittelbar der Wertschöpfung dienen. Diese zu optimieren ist für eine eine wirtschaftlich agierende Praxis selbstverständlich.

Dein QM-Job als Betreiber ist es nun, das Wartungsprozedere so zu organisieren, dass du künftig möglichst wenig Behandlungszeit dafür investieren musst. Meine Kunden brauchen für die Organisation und Archivierung der Prüfprotokolle noch rund 60 Minuten im Jahr.

ZWEITENS: Deine Pflicht als Betreiber ist es, gesetzliche Vorgaben zu erfüllen.

Dein QM-Job: Die Vorgaben effizient und strukturiert erfüllen, damit möglichst wenig Zeit dafür drauf geht und an alles gedacht wird. Personenunabhängig.

DRITTENS: Mitarbeiter magnetisch anziehen.

Mit geregelten Abläufen, schaffen wir es über kurz oder lang, dass dirgute Mitarbeiter die Bude einrennen. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels. Denn natürlich wirst du im Vorstellungsgespräch genau davon erzählen. Deine Bewerber werden beim Probearbeiten spüren, dass es bei dir besser läuft, als beim Dr. Maier nebenan.

Als Ergebnis meiner Mitarbeiterbefragungen kann ich dir hier mit auf den Weg geben, dass sich dein Team genau das wünscht: klare Zuständigkeiten und abgestimmte Abläufe. Ist doch super. Denn genau daran kannst du arbeiten.

Auch auf diese Frage will ich hier eingehen. Eine Frage, die viele meiner Kunden verzweifeln und oft demotiviert zurück lässt:

 

Lässig statt lästig ans Ziel.

Wie kann ich meine Mitarbeiter „aktivieren“? Wie kann ich dafür sorgen, dass sie mitmachen und sich aktiv einbringen?

Gleich vorweg: Das kannst du nicht.

Bist du als QMB oder Chef dafür verantwortlich, dass alle Mitarbeiter Bock auf ihren Job haben? Dass sie sich einbringen und gute Qualität abliefern?

Nein. Du kannst nur die Voraussetzungen dafür schaffen, damit der Laden läuft. Du kannst Zuständigkeiten klären, Abläufe durchdenken. Und sobald das System steht, wirfst du den Ball unmittelbar zurück ins Team.

Denn jetzt sind sie am Zug und deine Rolle verändert sich:
Jetzt bist du in erster Linie „Raum-Schaffer“ und „Ermöglicher“. Du nimmst die Vogelperspektive ein. Du schaffst Räume (z.B. Teambesprechungen), damit dein Team in den Austausch gehen und Abläufe, die nicht optimal laufen, beleuchten kann. Deine Rolle dabei? Fragen. Sei nicht der, der alles vorgibt. Sondern stelle Fragen.“Was meint ihr? Was können wir tun? Welche Ideen habt ihr?

Und vielleicht nicht beim ersten Meeting. Aber schon bald wird sich das Blatt wenden. Deine Mitarbeiter werden überlegen. Mitdenken. Sie werden gute Ideen haben (die ihr dann hoffentlich umsetzt!). Und sie werden spüren: „Wie geil ist das denn! Ich bin selbstwirksam!“. Sie werden das vielleicht nicht so formulieren. Aber sie werden spüren, dass sie was verändern und bewegen können.

UND GENAU DAS WILL QM! Keine Listen und Zettel. QM will, dass der Laden läuft. Dass Hindernisse und Hürden aus dem Weg geräumt werden. Dass gesetzlich verpflichtende Dinge routiniert umgesetzt werden. Dass Aufgaben, die sein müssen und viel Geld kosten (wie Wartungen) ohne Verschwendung von Behandlungszeit stattfinden. Und QM will, dass sich Mitarbeiter bei dir wohl fühlen. Sie wollen einen Arbeitsplatz, an dem es sich gut und gerne arbeitet.

Lässig statt lästig ans Ziel!

Nur, dass wir uns nicht falsch verstehen: Wir schaffen keine Wellnessoase! Jeder, der bei dir angestellt ist, muss zuverlässig seine Aufgaben erledigen. Das kannst, darfst und musst du klar einfordern. Denn alle im Team haben eine wichtige Aufgabe zu erledigen. Sonst hättest du sie wahrscheinlich nicht eingestellt. Auch in Zeiten des Fachkräftemangels. Lass dich nicht erpressen. Es gibt die Organisation Zahnarztpraxis nur, weil es der Zahnarzt alleine nicht schafft. Als Konsequenz bedeutet es, dass JEDER IM TEAM gleich wichtig und eine wichtige Rolle/ Aufgabe zu erfüllen hat. Schließlich beschäftigst du keinen Portfoliomanager, sondern ZFAs oder ZMVs. Wir brauchen Kooperation. Zusammenarbeit. Und die gelingt mit klaren Zuständigkeiten besser.

VIERTENS: Der Hauptgrund für ein QM bzw. ein solides Praxismanagement ist DEIN PATIENT.

Denn er kann nicht unmittelbar einschätzen, was du fachlich drauf hast. Was bei deinem Patient ankommt, ist die Qualität der Abläufe.

    • Es sind die Menschen, die lächeln und sich nicht vor dem Patienten gegenseitig die Butter vom Brot nehmen.
    • Es sind die gut abgestimmten Momente.
    • Die Terminerinnerung.
    • Die Tags zuvor geprüfte Laborarbeit, damit auch wirklich alles da ist. Das Bleaching-Material, das schon mal aus dem Kühlschrank geholt wird.
    • Es ist die gute Doku, damit jeder sofort bescheid weiß und eine korrekte Auskunft erteilen kann.
    • Es ist die richtig ausgestellte Rechnung.
    • Es ist das gelüftete Warte- und Behandlungszimmer.
    • Und dass auch mal ein Lachen über dem Flur zu hören ist.
    • Es ist der Folgetermin oder die komplette Terminkaskade für die ZE-Behandlung, damit der Kunde gut planen kann (und wir natürlich auch!!!).
    • Es ist der BEV-Termin der nicht versäumt wurde… und alle Konsequenzen, die dran hängen.

Du willst lässig statt lästig ans Ziel und die Abkürzung nehmen? Dann komm in meine regelmäßigen gratis QM-Webinare. Hier gehen wir gemeinsam die ersten Schritte und du kennst den roten Faden.

 

So, jetzt bleibt mir nur noch, mich mit einem Zitat von Anthony Robbins zu verabschieden:

„Wer tut, was er immer getan hat,
bekommt, was er immer bekommen hat. „

 

In diesem Sinne auf ein bewegendes und energiegeladenes Jahr!

Deine Jutta

GRATIS QM-WEBINAR AM 17. Februar 2027

Dir fällt es noch schwer, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden?

Du fragst dich, wie du am besten anfängst und was du tun kannst, damit dein QM wirklich was bringt?

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  • Wie du am besten anfängst, ohne überfordert zu sein.
  • Was die verpflichtende QM-RiLi des G-BA innerhalb von 3 Jahren von dir als Zahnarzt fordert.
  • erfolgreiche Wege, die dein QM und vor allem deine Praxis aufblühen lassen.
  • Wie du ganz einfach dafür sorgst, dass dein QM aktuell bleibt.💎
Lässiges statt lästiges QM: Ein Gespräch mit Jutta Oischinger

Lässiges statt lästiges QM: Ein Gespräch mit Jutta Oischinger

Ich bin fest davon überzeugt, dass QM in der Zahnarztpraxis nicht unbedingt mühsam sein muss.

Vielmehr ist es der Schlüssel zu mehr Wirtschaftlichkeit und einer hohen Mitarbeiterbindung.

Im Interview erläutere ich dir, wie es gelingen kann, die Angst vor einem vermeintlich komplexen Thema in Freude umzuwandeln und wie medikit mit seinen Tools dabei helfen kann.

QM kann nur funktionieren, wenn es einfach und praktisch ist. Lässig statt lästig…

QM kann Abläufe verbessern. Klar soweit. QM kann dir helfen, die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Auch keine Überraschung.

Aber QM kann soviel mehr. Mit einem modernen und transparenten QM kann es dir z.B. gelingen, dich als erstklassiger Arbeitgeber zu positionieren. Bei dem aktuellen Personalmangel doch keine schlechte Idee, oder?

In diesem Interview erfährst du, wie auch du das hinkriegst und wie dir medikit mit seinen Tools dabei helfen kann. 

In deiner Zahnarztpraxis wird QM noch zu kompliziert gedacht und gemacht? Dann lies mal hier…

(Lesezeit: 5 Minuten)

Online QM Kurs für Zahnarztpraxen: der Turbo für dein QM

Online QM Kurs für Zahnarztpraxen: der Turbo für dein QM

Jetzt mal ganz unter uns: Geht’s dir auch so?

Angenommen, wir sprechen nicht von einem Online QM Kurs für Zahnarztpraxen:

Du gehst auf eine Schulung – die mehr oder weniger inspirierend ist – und je inspirierender, desto eher willst du etwas davon umsetzen.

Aber dann kommt der Haken. Du willst. Aber du kannst nicht. Es war einfach zu viel Input. Sehr interessant, aber viel zu viel auf einmal. Und so viele Details. Das konnte sich doch kein Mensch merken!

Wie war das nochmal mit den Geräten? Was und wie muss ich unterweisen? Und wo bekomme ich jetzt eine Vorlage für ein Bestandsverzeichnis her? Und dann schleicht sich immer wieder ein kleiner, zermürbender Gedanke ein: „Hoffentlich habe ich nichts vergessen.“ und „Hoffentlich stimmt das jetzt alles, so wie ich es gemacht habe…“

Und nach 4 Wochen hast du den Rest dann doch vergessen. Das ist zwar frustrierend. Aber leider ganz normal. Und es liegt nicht an dir, sondern am Lernformat:

Du merkst dir neue Dinge nicht besonders gut, wenn du sie nur hörst. Du kannst dir neue Inhalte am besten merken, wenn du sie erklärt bekommst und dann selbst loslegst und ausprobierst. Und genau das ist bei meinem Online QM Kurs für Zahnarztpraxen, der QM-Werkstatt, der Fall.

MOCUP_Schlüsselmomente

Du bekommst die Struktur und dann alle 2 Wochen ein neues Thema. Verständlich anhand von Videos aufbereitet, die du dir rund um die Uhr anschauen kannst.

Dazu viele Hilfestellungen und Vorlagen, um in kurzer Zeit die Rakete zu zünden. 

Bis zum Experten, durchläufst du 4 Lernstufen

 

Stufe 1: Unbewusste Inkompetenz:

Das ist der Normalzustand, bevor du dich mit einem neuen Thema befasst. Bevor du Noten lernst, sind es für dich Punkte mit Strichen auf Linien. Keine Ahnung was das bedeutet und wie das klingt. Achtel-  oder  Viertelnoten? Du hast keine Ahnung! Oder ein anderes Beispiel: Autofahren. Bevor du das erste Mal neben deinem Fahrlehrer sitzt, scheint es einfach nur kompliziert. Du hast keinen Schimmer, wie das gehen soll.

Stufe 2: Bewusste Inkompetenz:

Jemand erklärt dir, wie’s geht. Du lernst, dass es Noten gibt. Notenschlüssel. CDEFGAHC… Dein Fahrlehrer erklärt dir, dass es eine Schaltung und eine Kupplung gibt. Dass du mit dem ersten Gang anfährst, die Kupplung langsam kommen lässt… und auf der Autobahn in den höchsten Gang schalten solltest. Dass es Verkehrsschilder zu beachten gibt etc.

Stufe 3: Bewusste Kompetenz:

Hier kannst du Noten schreiben, du kannst vielleicht schon die ersten Töne auf einem Instrument spielen. Du kannst Auto fahren. Aber alles ist noch neu und du musst dich höllisch konzentrieren, damit du keinen Fehler machst. Fehler sind in dieser Stufe ganz normal. Du trittst aus deiner bisherigen Komfort-Zone heraus und lernst etwas völlig Neues. Wachstum.

Stufe 4: Unbewusste Kompetenz:

Hier wollen wir hin. Hier kommt Routine ins Spiel. Du hast dein Instrument viele Stunden, ja Monate geübt. Bist hunderte von Kilometern Auto gefahren. Du kannst eine Sache aus dem FF. Du bist Experte. Oder nah dran 😉

Was hat das mit QM zu tun? Und mit meinem Online QM Kurs für Zahnarztpraxen?

Wenn du ein neues Thema lernst, befindest du dich in der ersten Lernstufe „Unbewusste Inkompetenz“. Wenn du den Kurs absolviert hast, in der bewussten Inkompetenz.

Wenn du eine Präsensveranstaltung besuchst, die noch so gut war, wirst du danach alleine gelassen. Du hast es zwar gehört. Aber noch nicht selber gemacht. Es werden Fehler passieren und du wirst vieles wieder vergessen, wenn du nicht dran bleibst und übst. Oder Fragen stellen kannst, weil du unsicher bist.

Du willst mehr aus deiner Praxis machen? Alles, was du dazu brauchst, findest du in der QM-Werkstatt.

Mit meinem Online-Kurs [QM-Werkstatt] wirst du schnell zum Experten und kannst deine Praxis mit einem super QM konsequent auf die nächste Stufe heben.

Wenn du ein neues Thema bearbeitest – und QM wird dir normalerweise nicht in die Wiege gelegt, sondern ist irgendwann komplett neu für dich – wirst du Dinge ausprobieren.

Du verlässt deine Komfort-Zone.

Du beginnst du lernen und entwickelst dich weiter.

Es kommt zum Wachstum. Das ist natürlich großartig.

Aber es werden auch Fehler passieren.

Vorsorgeuntersuchung

Wäre es nicht erleichternd, wenn du in dieser Wachstumsphase eine routinierte Expertin an der Seite hast, die das Ganze schon zig Mal gemacht hat? Eine, die sich auskennt, die dich monatelang an die Hand nimmt und auch gleich noch ein paar Tipps parat hat. Die QM nicht nur an Dokumenten fest macht, sondern das große Ganze sieht. Demografische Realitäten im Blick hat. Die weiß, was die Generation Y oder Z von ihren Arbeitgebern erwarten – ja verlangen? Die sieht, dass es Zahnärzte wie Sand am Meer gibt. Dass sich jeder Patient und noch wichtiger: jeder Mitarbeiter seinen Arbeitgeber – sprich Zahnarztpraxis – aussuchen kann?

Als Zahnarzt bist du abhängig.

Du bist inzwischen nicht mehr in der komfortablen Situation, dir dein Personal groß aussuchen zu können. Dein Personal sucht dich aus.

Der Personalmangel ist angekommen und rollt immer weiter wie eine Lawine auf dich zu. Auszubildende brechen ihre Lehre ab, weil sie sich nicht wohl fühlen. Weil sie sich etwas anderes erwartet haben und weil das Gehalt (in einer Stadt wie München um so mehr!) einfach nicht mehr happy macht.

Mitarbeiter stellen horrende Gehaltsforderungen. Einfach weil sie es können. Sie kündigen. Einfach weil sie es können und einen Tag später einen neuen Job finden. Angestellte Zahnärzte gehen. Weil es 5 Häuser weiter auch einen tollen Job gibt.

Patienten setzen eine moderne Ausstattung und High End Medizin schon lange voraus. Damit kannst du keine Katze mehr hinter dem Ofen vor locken. Du kannst dich damit auch nicht mehr von deinen Kollegen abheben. Digitales Röntgen, das auf Websites immer wieder angepriesen wird – ist doch sowas von normal.

Was letztendlich den Unterschied macht, ist nicht nur Hightech, sondern Hightouch.

Das ist die Extrameile, die ihr geht. Weil ihr eure Patienten kennt. Weil ihr Wunschpatienten definiert und dann eure Abläufe konsequent auf deren Bedürfnisse ausrichtet. Das regt zum Weiterempfehlen an. Nicht das Cerec.

Wenn du deine Auszubildende als billige Helferin betrachtest, ist es kein Wunder, dass sie früher oder später das Handtuch wirft.

Es braucht in Zukunft mehr.

 

GRATIS QM-WEBINAR AM 17. Februar 2027

Dir fällt es noch schwer, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden?

Du fragst dich, wie du am besten anfängst und was du tun kannst, damit dein QM wirklich was bringt?

Dann komm in mein gratis Webinar. Dort zeig ich dir ...

  • Wie du am besten anfängst, ohne überfordert zu sein.
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  • erfolgreiche Wege, die dein QM und vor allem deine Praxis aufblühen lassen.
  • Wie du ganz einfach dafür sorgst, dass dein QM aktuell bleibt.💎

Um wieder zum Thema QM zurückzukommen.

Das sind nur 2 (wenn auch sehr wesentliche!) Gründe, warum QM heute so fest verwurzelt in eine Zahnarztpraxis gehört, wie die elektrische Zahnbürste in jedes Bad. Es steht einfach nicht zur Debatte.

QM ist soviel mehr als Dokumente und Bestandslisten.

Ist es nicht klasse, dass es einen Online QM Kurs für Zahnarztpraxen gibt, der dir genau dabei hilft? Sogar wenn du noch ganz am Anfang stehst und nur 2 Stunden Zeit in der Woche findest?

  • Ein Kurs, der dir zeigt, wie du dich positionieren kannst, um für Patienten und Mitarbeiter interessant und attraktiv zu bleiben?
  • Der dir hilft, alle Vorgaben strukturiert und mit Leichtigkeit zu erfüllen.
  • Der dich dabei unterstützt, einer Begehung entspannt entgegen zu blicken? Und ZACK das richtige, aktuelle Prüfprotokoll aus dem Ordner zu ziehen?
  • Der es dir erlaubt, dich zurückzulehnen und neue Impulse zu genießen. Mal aus dem täglichen Hamsterrad auszubrechen?
  • Unabhängig von festen Webinarzeiten? Mit klar strukturieren Modulen, mit kompakten Lernvideos konkreten To Do’s, damit du schneller fertig bist?

Und das für 10 Monate? Regelmäßig und im ganz persönlichen Gespräch? Ich habe all mein Wissen und meine QM-Berufserfahrung in diesen Online QM Kurs für Zahnarztpraxen gepackt. Damit du rund um die Uhr davon profitieren und mit der QM-Werkstatt die Abkürzung nehmen kannst.

Quasi den Turbo zünden und bald einen Haken dran machen kannst. Neue Sichtweisen gewinnst und dann gezielt die notwendigen Schritte in die Wege leiten kannst.

QM bietet mehr als G-BA-Richtlinie oder Themen der Arbeitssicherheit (aber auch das gibt’s natürlich in der QM-Werkstatt ;))

Wenn du also keine Lust mehr auf schnödes, langweiliges QM hast. Wenn du deine Praxis richtig nach Vorne bringen und dabei 10 Monate von einem routinierten Experten begleitet werden willst. Dann komm in die QM-Werkstatt.

Der nächste Kurs startet Ende Januar 2022.

Hilfreiche Links zum Thema Online QM Kurs für Zahnarztpraxen

https://qm-oischinger.de/qm-online-kurs-zahnarztpraxis-qm-werkstatt/

Die Autorin und Auditorin ist leidenschaftliche Anhängerin von einfachen und praktischen Lösungen. QM muss von Anfang an nützlich sein. Es soll dabei helfen, den Praxisalltag zu vereinfachen, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verbessern. 

E-Checks in der Zahnarztpraxis sind Pflicht. Aber nicht nur das.

E-Checks in der Zahnarztpraxis sind Pflicht. Aber nicht nur das.

„Ja krass! Kannst du mir das bitte nochmal alles zusammenschreiben? Das ist ja der Hammer, an was ich da alles denken muss!“ 
Klar! Mach ich doch gern. Und damit du auch gleich was davon hast, gibt’s heute diesen Blog-Artikel zum Thema E-Checks in der Zahnarztpraxis. Naja. Es wird nicht nur um E-Checks in der Zahnarztpraxis gehen. Thema sind alle Prüfungen, die von dir als Praxisinhaber und damit Betreiber verpflichtend gefordert sind.

Das gleich vorweg: Ich halte gar nichts davon, Ängste zu schüren. Ich bin einfach der Meinung, dass du das Geräte-Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen solltest. Denn das könnte bald fatale Folgen für dich haben. Schließlich will kein Mensch wegen nem alten Wasserkocher auf einem 6 oder gar 7 stelligen Brandschaden sitzen bleiben, oder sich strafbar machen, weil durch ein defektes Gerät ein Mitarbeiter oder Patient zu Schaden kam.

E-Checks in der Zahnarztpraxis sind Pflicht. Daran kommst du nicht vorbei. Ja, sicher kostet es  Überwindung, weil viele einfach nicht wissen, wo sie am besten anfangen sollen. Dabei ist das Thema schnell erledigt. Alles was es braucht, ist einen strukturierten Start. Und etwas Zeit, um sich durchzuarbeiten. Du bekommst am Ende dieses Artikels einige Tipps an die Hand, sodass du schnell fertig bist.

Verbindliche Prüfpflicht nicht nur für E-Checks in der Zahnarztpraxis

Hier sind die wichtigsten Infos, warum sich für Medizinprodukte und Elektrische Geräte im Allgemeinen eine rechtliche – und damit verbindliche – Prüfpflicht ergibt:

Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)

§ 4 Grundpflichten des Arbeitgebers

(1) Arbeitsmittel dürfen erst verwendet werden, nachdem der Arbeitgeber

  1. eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt hat,
    2. die dabei ermittelten Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik getroffen hat und
    3. festgestellt hat, dass die Verwendung der Arbeitsmittel nach dem Stand der Technik sicher ist.

§ 23 Straftaten

(1) Wer durch eine in § 22 Abs. 1 bezeichnete vorsätzliche Handlung Leben oder Gesundheit eines Beschäftigten gefährdet, ist nach § 26 Nummer 2 Arbeitsschutzgesetz strafbar.

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

DGUV 3 § 5 Prüfungen
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden. […] Die Fristen sind so zu bemessen, dass entstehende Mängel, mit denen gerechnet werden muss, rechtzeitig festgestellt werden.

Versicherungsvertragsgesetz (VVG)

§ 81 Herbeiführung eines Versicherungsfalles

(1) Der Versicherer ist nicht zur Leistung verpflichtet, wenn der Versicherungsnehmer vorsätzlich den Versicherungsfall herbeiführt.
(2) Führt der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall grob fahrlässig herbei, ist der  Versicherer berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen.

Und genau deshalb verschaffen wir uns zu Beginn des QM-Projekts erst mal einen Überblick und sorgen dafür, dass die gesetzlichen Vorgaben erledigt sind. 

Wir gehen alle Geräte durch. Erstellen Bestandslisten und schauen, ob z. B. alle Medizinproduktebücher, Herstellereinweisungen, E-Checks, STK, DIN 62353 Prüfungen etc. vorhanden sind… Es scheint uferlos. Und wenn ich ehrlich bin, ist es das auch. Hilft aber nix. Du musst dich auskennen, brauchst einen Überblick und dann kannst du alle Maßnahmen in die Wege leiten.

Denn wenn es erst mal brennt, zahlt dir bei fehlenden E-Checks in der Zahnarztpraxis keine Versicherung!

Darauf kommt es jetzt an:

Damit du ab jetzt auf der sicheren Seite bist und alles für den Schutz deiner Mitarbeiter, deiner Patienten und deines Portemonnaies getan hast, gibt’s hier die Checkliste mit den To Do’s:

Du willst mehr aus deiner Praxis machen? Alles, was du dazu brauchst, findest du in der QM-Werkstatt.

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Neues aktives Medizinprodukt

Aktive Medizinprodukte sind solche, die mit Hilfe einer externen Energiequelle (Strom, Akku, Batterie, thermische oder kinetische Energie oder Gasdruck) betrieben werden.

Das musst du jetzt umsetzen:

  • CE-Kennzeichen vorhanden?
  • Gerät in Bestandsverzeichnis nach §13 MPBetreibV erfassen
  • Herstellerangaben, Gebrauchsanweisungen, Gerätebücher zugänglich aufbewahren
  • Mitarbeiter-Unterweisung in die sachgerechte Handhabung aller aktiven Medizinprodukte inkl. Doku (Tipp: pro Zimmer)
  • Wartungen gemäß Herstellerangaben
  • E-Checks in der Zahnarztpraxis (DGUV V3-Prüfung)
  • Ggf. Sicherheitstechnische Kontrolle nach DIN 62353 (z.B. für Behandlungsstühle, Röntgengeräte etc. (siehe Herstellerangaben / Wartungsinfos)
  • Falls spezielle Wartungen oder DIN Prüfungen gefordert sind, dann erfasse die Geräte und die Termine zur Übersicht in einer Liste der „Wiederkehrenden Termine“ und plane sie rechtzeitig.
  • Bei Bedarf Meldung von Vorkommnissen an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
  • Bei Mängeln werden die betroffenen Geräte sofort gekennzeichnet, ausgesondert & repariert. Die Praxisleitung ist zu informieren.

Neues Medizinprodukt der Anlage 1

Medizinprodukte gemäß MPBetreibV Anlage 1 sind z.B. Lasergeräte der Klasse 3B, 3R & 4, HF-Chirurgiegeräte (z.B. Elektrotom, Piezo), Nervenfunktionsgeräte (Pulpenprüfer, Tens), Reizstromgeräte (z.B. Defi), Inhalationsnarkosegeräte. Weitere Geräte findest du in diesem Link:

https://www.gesetze-im-internet.de/mpbetreibv/anlage_1.html

Das musst du jetzt umsetzen:

  • alle Maßnahmen siehe „Neues aktives Medizinprodukt“   PLUS
  • Medizinproduktebuch
  • Herstellereinweisung der „vom Betreiber beauftragten Personen“ inkl. Doku!! (meint Herstellereinweisung des Ersteinweisers –  also der Person, die in deiner Praxis weitere Personen in der Handhabung des Anlage 1 Gerätes einweisen darf. Mein Tipp: Das sollte die Praxisleitung sein. Denn sollte der Ersteinweiser die Praxis verlassen, musst du die Herstellereinweisung nochmal zahlen.)
  • Alle Personen, die mit dem Anlage 1-Gerät (z.B. Elektrotom) arbeiten, müssen vom Ersteinweiser in die sachgerechte Handhabung eingewiesen werden – inkl. Doku!!
  • STK (Sicherheitstechnische Kontrollen)
  • Ggf. Betriebsanweisungen erstellen (z.B. Laser)

Neues Medizinprodukt der Anlage 2

Medizinprodukte gemäß MPBetreibV Anlage 2 sind z.B. Blutdruckmessgeräte, elektrische Fieberthermometer.

https://www.gesetze-im-internet.de/mpbetreibv/anlage_2.htm

Das musst du jetzt umsetzen:

  • alle Maßnahmen siehe „Neues aktives Medizinprodukt“    PLUS
  • Medizinproduktebuch
  • MTK (Messtechnische Kontrollen)

Sonstige elektrische Geräte wie Bildschirm, Telefon, PC oder Steckdosenleiste (ja, auch die)

Das musst du jetzt umsetzen:

  •  CE-Kennzeichen?
  • Gerät in Bestandsverzeichnis für elektrische Geräte erfassen
  • Herstellerangaben, Gebrauchsanweisungen oder Gerätebücher zugänglich aufbewahren
  • Wartungen gemäß Herstellerangaben
  • E-Checks in der Zahnarztpraxis (DGUV V3-Prüfung)
  • Bei Mängeln werden die betroffenen Geräte sofort ausgesondert, repariert, Info an Praxisleitung
  • Ggf. Betriebsanweisungen erstellen

Tipps, damit du schneller fertig bist

Schritt 1:

Erstelle eine Bestandsliste für deine aktiven Medizinprodukte und für elektrische Geräte. 

Schritt 2:

Überprüfe anhand der Bestandsliste, ob alle Handbücher und Betriebsanweisungen vorhanden sind. Falls nicht, kannst du viele davon im Internet herunterladen. Ansonsten wendest du dich am besten direkt an den Hersteller.

Schritt 3:

Lege eine Liste mit Wiederkehrenden Terminen an. Die könnte z.B. so aussehen: Neben Gerät, Prüfart, Turnus und  letzter Prüfung legst du Spalten für die nächsten 10 Jahre an.

Anschließend liest du in allen Gerätehandbüchern unter dem Punkt „Wartung, Sicherheitstechnische Kontrollen“ nach, ob und wenn ja, in welchem Turnus die Prüfintervalle gefordert sind.

Anschließend schaust du in euren Unterlagen nach, wann die letzte Prüfung durchgeführt wurde und planst im richtigen Turnus die nächsten Prüftermine.

So hast du alles im Blick und kannst die Termine, die ein Techniker gemeinsam erledigen könnte, zusammenlegen. Das spart nicht nur Anfahrtskosten, sondern auch Zeit, die die Planung und Koordinierung des Technikers bzw. Terminverschiebungen für Patienten nach sich zieht.

Tipp: Ergänze in dieser Liste auch Termine für die Gefährdungsbeurteilung, Pflicht- und Angebotsvorsorgen, Mitarbeiterunterweisungen, Röntgenaktualisierung, BUS-Dienst, Brandschutzhelfer-Schulungen, Erste-Hilfe Kurs, Check des erste Hilfe Materials, Sicherheitsbericht MDR etc. Die Kammern geben häufig Listen mit wiederkehrenden Terminen raus.

Welche Geräte und Termine in deiner Liste landen ist natürlich sehr individuell. Hier ein fiktives Beispiel, wie sowas  aussehen könnte.

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Wiederkehrende Termine

Schritt 4:

Überprüfe, ob du für alle Medizinprodukte der Anlage 1 die Herstellereinweisungen für den Ersteinweiser hast und ob die Medizinproduktebücher vorhanden sind.

Schritt 5:

Organisiere zeitnah die Termine für die E-Checks, Wartungen, STK etc. und, falls notwendig, bei Anlage 1 Geräten die Herstellereinweisungen für die Ersteinweiser (Tipp: das sollte die Praxisleitung selbst sein). Du weißt jetzt, im Schadensfall zahlt dir keine Versicherung!

Schritt 6:

Sobald die Ersteinweisung über die Bühne ist und vom Hersteller oder Depot schriftlich bestätigt wurde, müssen alle Personen, die mit dem Anlage 1-Gerät arbeiten (z.B. Elektrotom) eine Unterweisung vom Ersteinweiser in die sachgerechte Handhabung erhalten (inkl. Dokumentation!).

Schritt 7:

Falls notwendig (z.B. Röntgen, Laser, Elektrotom) Betriebsanweisungen erstellen.

Schritt 8:

Seit 2017 ist es verpflichtend, alle Mitarbeiter in die sachgerechte Handhabung aller aktiven Medizinprodukte inkl. Dokumentation einzuweisen. (z.B. zimmerweise). Nutze dafür z.B. die Herstellerangaben und Betriebsanweisungen) 

Noch ein Tipp zum Schluss: E-Checks sind teuer. Hol dir am besten 3 Angebote für die DGUV V3-Prüfung und vergleiche!

Das ist dein Ziel

Du hast einen Überblick über alle Geräte und alle Prüftermine und du hast alle Herstellerangaben, Unterweisungen und falls nötig Medizinproduktebücher strukturiert abgelegt. Das heißt, jeder Mitarbeiter kann jederzeit auf alle Unterlagen zugreifen. Alle Prüfungen werden regelmäßig im richtigen Turnus durchgeführt. Die Prüfprotokolle werden systematisch abgelegt, sodass alles komplett und an einer Stelle zu finden ist.

Stell dir vor, ich frag dich, wann die letzte STK deines Elektrotoms durchgeführt wurde. Dann gehst du zielstrebig zum Ordner (oder elektronischen System) und ziehst alle Unterlagen raus. Da willst du hin.

P.S. Wenn du noch nicht weißt, welche Termine für deine Praxis (sonst noch) verpflichtend sind, nutze mein kostenloses Strategiegespräch. Hier gehen wir alles gemeinsam durch und als Ergebnis bekommst du von mir die Übersicht und damit die Sicherheit, die dich besser schlafen lässt.

Die Autorin und Auditorin steht für Qualitätsmanagement mit Leichtigkeit und Weitblick.  QM muss von Anfang an nützlich und praktisch sein. Es soll dabei helfen, den Praxisalltag zu vereinfachen, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verbessern.

In 7 Schritten zum Risikomanagement in der Zahnarztpraxis

In 7 Schritten zum Risikomanagement in der Zahnarztpraxis

Risikomanagement in der Zahnarztpraxis – damit Sicherheit nicht zum Glücksspiel wird

Diese Praxisleitung hätte dem Thema Risikomanagement im Nachhinein sicher gerne mehr Zeit und Aufmerksamkeit  gewidmet. Doch als es sprudelt, ist es zu spät. Die Tür geht auf, das Wasser drückt sich vorbei und rauscht ins Treppenhaus. Der Hausmeister – vom Nachbarn informiert – reißt die Augen auf. Die Ursache ist auch gleich gefunden: Ein Schlauch hat sich vom Gipsabscheider gelöst und die komplette Praxis überflutet. Während Arzt und Team sich im Urlaub die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, hat der Vorfall zu einem massiven Wasserschaden geführt. Nicht nur in der Praxis. Auch beim Nachbarn. Schuld war der nicht abgedrehte Hauptwasserhahn.

Den Betrieb konnte die Praxis jedenfalls erst einmal einstellen. Was für ein Alptraum.

Sicherheit und Stabilität

Dabei wünscht sich doch jeder Zahnarzt, dass alles glatt läuft. Sicherheit und Stabilität mit Risikomanagement in der Zahnarztpraxis. Alles richtig machen. Doch wie? Geht das überhaupt? Wenn du eure Praxisrisiken strukturiert betrachtest und die passenden vorbeugenden Maßnahmen ergreifst, kannst du jedenfalls sehr viel dafür tun, damit dein Treppenhaus nicht überflutet wird. Ja, man kann nicht auf alles vorbereitet sein. Corona hat es wieder mal gezeigt. Aber es gibt genug andere Risiken, die in der Luft liegen. Willst du nachts besser schlafen? Prima. Dann komm mit. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du deine Risiken strukturiert in den Griff bekommst.

Warum es sich jetzt lohnt, Risikomanagement in der Zahnarztpraxis umzusetzen:

  1. Schutz des Personals und der Patienten
  2. Aufrechterhalten des Praxisbetriebs, auch in Extremsituationen
  3. Erfüllung gesetzlicher Auflagen
  4. Abwendung wirtschaftlicher Schäden
  5. Abwendung von Image-Schäden
  6. Showstopper identifizieren und präventive Maßnahmen einleiten
  7. Vorbereitet sein
  8. Sensibilisierung des Teams für Risiken und deren Konsequenzen

So baust du dein Risikomanagement in der Zahnarztpraxis auf:

 

[Schritt 1] Kennst du alle Anforderungen an deine Praxis?

Alle, die meinen QM-Fahrplan gelesen haben, wissen es: es ist essentiell, zunächst die Anforderungen an deine Praxis zu identifizieren. Hier sind vor allem die gesetzlichen Anforderungen wie Datenschutz, Arbeitssicherheit, Hygiene und alle Anforderungen an die Patienten- und Mitarbeitersicherheit gefragt.

[Schritt 2]: Welche Risiken solltest du Rahmen des Risikomanagements in der Zahnarztpraxis im Blick behalten?

Einige Risiken werden in der QM-Richtlinie des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) ganz explizit genannt und konkrete Maßnahmen dafür eingefordert. Diese Risiken sind mit einem * gekennzeichnet.

Dr. M. Sarbandi hat in seinem wunderbaren Buch „Risikomanagement in der Zahnarztpraxis (2016)“ die Praxisrisiken in vier Bereiche unterteilt:

[1] Medizinische Risiken

Hierzu gehört z.B. das Einhalten der Leitlinien und Facharztstandards, die Delegation von Leistungen, das Thema Arzneimittelsicherheit*, Notfallmanagement* und Hygiene*.

[2] Betriebswirtschaftliche Risiken

Hierzu zählt Sarbandi Liquidität, Strategie, Wettbewerb und das nicht zu unterschätzende Thema Versicherungsschutz.

Ein Beispiel: Hast du geprüft, ob deine Berufsausfallversicherung bei ein und derselben Krankheit mehrmals greift? Das solltest du unbedingt tun. So kannst du dir im Erstfall mehrere zehntausend, wenn nicht hunderttausend Euro sparen.

Die Kammern stellen ihren Zahnärzten Merkblätter zur Verfügung. Hier wird im Detail beschrieben, was bei (längerfristigem) Ausfall oder Tod des Praxisinhabers zu tun ist. Außerdem stellt die Kammer einen sogenannten Notfallordner zur Verfügung, sodass alle Versicherungen, laufende Zahlungsverpflichtungen, Darlehen, wichtige Unterlagen und Bescheinigungen, Passwörter, Verträge etc. im Notfall direkt zur Hand sind.

[3] Juristische Risiken

Hierzu gehören Behandlungsfehler, Organisationsfehler, Aufklärungsfehler und – ganz wichtig – Dokumentationsmängel oder -fehler.

Wie kannst du dem entgegentreten? Hier ein paar Maßnahmen:

  • Prüfung der eigenen Kompetenzen und Team-Kompetenzen
  • Ordnungsgemäße Personalauswahl
  • Ordnungsgemäße Anleitung und Einarbeitung
  • Ordnungsgemäße Überwachung
  • Regelmäßige Schulung
  • Mit Checklisten arbeiten, sodass nichts Wichtiges vergessen wird.

[4] Technische Risiken

Hierzu zählen die Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit von Daten. Aber auch das Thema Hardware und Software.

Vielschichtige Risiken

Ich denke, jetzt ist klar geworden, dass vielschichtige Risiken deinen Praxisbetrieb bedrohen. Wem das alles zuviel Metaebene war: Hier ein paar Beispiele aus meiner Praxis:

  • Die Berufsausfallversicherung greift nur beim ersten Mal. Mit einer besseren Versicherung hätte sich mein Kunde über 100.000 € sparen können.
  • Ransomware: Also die Erpressung deiner Daten. Weil ein Link leichtsinnig geöffnet wurde. Besser wäre es gewesen, deine Mitarbeiter im Vorfeld zu informieren, zu sensibilisieren. Leider erlebe ich genau das immer wieder. Achte auf eine gute IT-Sicherheit. Das kann ich dir aus meiner Erfahrung nur ans Herz legen.
  • Oder gar nicht so spektakulär und dennoch immer wieder ärgerlich: Fluktuation. Personalausfall. Schwangerschaft und der damit verbundene Stress und finanzielle Aufwand für Ausschreibung, Einarbeitung, Zeitraum bis das Team wieder rund läuft, Kosten für den Betriebsarzt und und und.

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Mit einem strukturierten Risiko-, Beschwerde- und Fehlermanagement kannst du präventive Maßnahmen einleiten und bist – wenn es dich doch erwischt – zumindest vorbereitet.

Sehe die geforderten Hygiene- oder Arbeitssicherheitsmaßnahmen nicht nur als lästig an. Vielmehr kannst du mit Risikomanagement in der Zahnarztpraxis enorm viel zur Mitarbeiter- und Patientensicherheit beitragen.

Ein Risikomanagement ist unbedingt notwendig und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Corona hat es gezeigt. „Das konnte doch keiner kommen sehen“. Mag sein, aber es gibt andere Risiken, die du ganz strukturiert prüfen und bewerten kannst. Welche Maßnahmen ihr einleitet, ist individuell. Aber glaub mir. Du wirst ruhiger schlafen, wenn du vorher aktiv wirst. Vor dem Datenvorfall.

[Schritt 3] Risiken identifizieren

Identifiziere und analysiere alle Risiken, die Einfluss auf die Sicherheit von Patienten und Mitarbeiter oder deine Kernprozesse haben. Kernprozesse sind alle Abläufe, womit du dein Geld verdienst. Behandlung, Beratung, Dokumentation, Prophylaxe. Auch deine Abrechnung. Schnorcheln ist langweilig. Gehe den Gefährdungen tief auf den Grund. Tauche nach den Ursachen und überlege dir konkrete Maßnahmen, wie du die SHOWSTOPPER in den Griff bekommst.

Das Ziel der anschließenden Analyse ist die quantitative und qualitative Beurteilung und Bewertung der identifizierten Risiken. Risiken sollen nicht nur ein Bauchgefühl bleiben. Du willst ganz konkret bewerten, ob ein Risiko sehr hoch oder nur gering ist. Wie das geht, dazu gleich mehr.

Wo bekomme ich eine Übersicht möglicher Risiken?

In diesem Blog liefere ich dir am Ende eine Liste möglicher Risiken. Die ist natürlich nicht komplett. Kann sie ja gar nicht sein. Aber sie ist ein guter Anfang für dein Risikomanagement in der Zahnarztpraxis, um sensibel für das Thema zu werden und dann fallen dir sicher weitere Risiken ein. Da bin ich sicher.

Unabhängig von der Liste sind hier weitere Informationsquellen:

  • Fehler- und Beschwerdemanagement – schau hier unbedingt auch auf Beinahefehler!
  • Doku von Schadensfällen, Verbandbuch
  • Befragungen und Erfahrungsberichte (auch im Gespräch mit Kollegen (jeder hat was zu berichten, glaub mir)
  • Brainstorming
  • Auditergebnisse
  • externe Quellen nutzen (z.B. das Portal Jeder Zahn zählt: https://www.cirsdent-jzz.de/
    Du musst nicht jeden Fehler selber machen, um daraus zu lernen!
  • Schau dir deine Abläufe genau an: Was hätte Auswirkungen auf das Leben und die Gesundheit von Patienten oder deinen Mitarbeitern? Und wie schnell wirkt sich die Beeinträchtigung auf den Ablauf und damit auf deine Praxis aus?

Beispiele: Datenklau, Personalausfall durch Verletzung, Praxis als Infektionsherd (wir haben alle die Fleischindustrie vor Augen, oder? Lass es gar nicht erst zu einem Image-Schaden und Patientenschaden kommen.)

[Schritt 4] Bewertung des Risikos

Nun hast du alle potentiellen Risiken zum Beispiel mittels Brainstorming gesammelt.

Brainstorming funktioniert so, dass du erst mal alles aufschreibst. Die beste Idee ist meist die 63. Daher einfach alles aufschreiben, was dir in den Sinn kommt. Alles. Streichen kannst du immer noch. Aber erst, nachdem du die Risiken mit dieser Matrix bewertet hast.

Überlege dir für jedes einzelne Risiko die Eintrittswahrscheinlichkeit und das Schadensausmaß. Jetzt siehst du, in welchem Feld sich das jeweilige Risiko befindet. Ob es sich um ein (sehr) hohes Risiko, ein mittleres oder (sehr) geringes Risiko handelt.

 

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Du fragst dich, wie du am besten anfängst und was du tun kannst, damit dein QM wirklich was bringt?

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  • Wie du am besten anfängst, ohne überfordert zu sein.
  • Was die verpflichtende QM-RiLi des G-BA innerhalb von 3 Jahren von dir als Zahnarzt fordert.
  • erfolgreiche Wege, die dein QM und vor allem deine Praxis aufblühen lassen.
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Risikomatrix

Nachdem du nun die Auswirkungen kennst, musst du dir über die Ursachen bewusst werden.

Hier empfehle ich die 5-Warum-Methode. Indem du immer wieder nach dem Warum fragst, kommst du nämlich der tatsächlichen Ursache auf den Grund.

Oder untersuche die Ursachen mit dem Fischgrätmodell:

Alle Risiko-, Fehler- oder Beschwerdeursachen lassen sich mindestens einer dieser sechs  Kategorien zuordnen:

  • Mensch
  • Maschine
  • Methode
  • Millieu
  • Material
  • Messung

Diese Kategorien helfen dir dabei, die Ursachen zu strukturieren. Risiken können auch mehrere Ursachen haben.

Ich verwende diese Methode gerne bei Beschwerden oder bei der Fehleranalyse. Aber das ist ein anderes Thema.

Ishikawa

Soweit sogut. Kannst du dich noch konzentrieren?

Sobald du die Ursachen und Auswirkungen des ermittelten Risikos kennst, willst du das Risiko nun minimieren oder gar beseitigen. Jetzt kommt es auf die richtigen Maßnahmen an.

Leite alles in die Wege und überprüfe, ob die Maßnahmen wirksam sind.

Handelt es sich um sehr dringliche Risiken, werden sofort Korrektur, Vorbeuge- und Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet.

Folgende Ansätze stehen dir zur Verfügung:

  • Risikoakzeptanz (du akzeptierst ein mögliches Risiko)
  • Risikoverminderung (z.B. Bereitstellen von Schutzausrüstung)
  • Risikoüberwälzung (weitergeben z.B. an Versicherung)
  • Risikovermeidung (Ausschluss von Auslösern, z.B. Ausschluss risikobehafteter privater Zusatzleistungen)
  • Risikoteilung (z.B. die Zusammenarbeit mit einem Spezialisten)

[Schritt 5] Überwachungsphase

In dieser Phase kontrollierst du deinen Risikomanagement-Prozess als Ganzes. Du überprüfst, ob du die gesetzten Ziele erreicht hast und ob du noch im Zeitplan bist. Du prüfst, ob die Maßnahmen zur Risikosteuerung weiterhin sinnvoll sind oder ob du deine Strategie für dein Risikomanagement in der Zahnarztpraxis  ändern solltest.

Hier eine kleine Auswahl von Instrumenten, um deine Risiken zu minimieren und im Blick zu behalten:

  • ein gelebtes Fehlermanagement und CIRS (Critical Incident Reporting System – schwieriges Wort für den Umgang mit Beinahefehlern). Hier geht es darum, im Team ganz offen über (Beinahe)Fehler zu sprechen und sich gemeinsam Maßnahmen zu überlegen. Meines Erachtens eines der methodischen Schwergewichte für gelebtes QM.
  • Erfassung von Kennzahlen. Kennzahlen sollten SMART sein. (Spezifisch, Messbar, Attraktiv für alle, die es betrifft, Realistisch und Terminiert)
  • Zufriedenheitsbefragungen und Beschwerdemanagement
  • Schnittstellen im Blick
  • Risikomatrix (siehe oben)
  • Ishikawa-Diagramm (Fischgrätmodell, siehe oben)
  • Patientensicherheit in den Fokus stellen und dafür sensibilisieren
  • Vorgaben der Arbeitssicherheit konsequent umsetzen
  • Ein tragfähiges Ausfallkonzept erarbeiten
  • öfter mal die Vogelpespektive einnehmen, um den Überblick zu gewinnen. Mit einem funktionierenden QM hast du den ja sowieso.
  • klare Zuständigkeiten und Vertretungsregelung
  • Offene Kommunikation und aus Fehlern lernen
  • Fortbildungsverpflichtung angestellter Zahnärzte im Arbeitsvertrag regeln

[Schritt 6] Neubewertung des Risikos

Risiken können sich ändern oder es können neue Risiken hinzu kommen. Deshalb solltest du deine Risiken regelmäßig überprüfen. z.B. jährlich und bei Veränderungen. Eine jährliche Managementbewertung ist mehr als sinnvoll. In dem Zuge kannst du gleich deine Risiken bewerten und die geeigneten Maßnahmen einleiten.

 

[Schritt 7]: Dokumentation im Risikomanagement

 Ich empfehle eine einfache Übersicht. In Excel oder Word. Die könnte wie folgt aussehen:

Maßnahmenplan_Risikomanagement

Wer sich tiefer in die Materie einlesen will, dem empfehle ich das fundierte und sehr praxisorientierte Buch: Risikomanagement in der Zahnarztpraxis (2016) von Dr. M. Sarbandi. Auch ich habe das Buch zum Teil als Quelle verwendet.  

So, jetzt weißt du, wie du Risiken erkennst und die geeigneten Maßnahmen einleitest. Fehlt nur noch der Denkanstoß. Damit du das Rad nicht neu erfinden musst, hier eine Übersicht von Dr. Sarbandi, die ich noch ergänzt habe:

Mögliche Risiken in der Zahnarztpraxis

  • Entgangener Geschäftsgewinn (z.B. Patient kommt nicht zum Termin, Räume nicht ausgelastet, Labor liefert nicht rechtzeitig, notwendige Medikamente wurden im Vorfeld nicht genommen oder abgesetzt etc.)
  • Betriebsunterbrechungen (u.a. Feuer, Wasserschaden, Stromausfall, Patientendaten nicht verfügbar, Behandlungsstuhl defekt)
  • Einbruch (Beratung von kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in Anspruch nehmen)
  • Arbeitsschutz (Infektion Mitarbeiter, ungeeignete & fehlende Schutzausrüstung, Sturz, Gefahrstoffunfall, Unfall)
  • Arzneimittelsicherheit (Marcumar etc.)
  • Brandschutz (Personenschaden, wenige, fehlende, ungeeignete Löschmittel, EDV-Ausfall durch Brand im Serverraum)
  • Dokumentation und Datenschutz (Serverausfall inkl. Datenverlust, Haftungsfall wg. vermeintlich fehlerhafter Aufklärung, Datenschutzverletzung, etc.)
  • Hygiene (Fehlerhafte Aufbereitung, Infektion Patient etc.)
  • Krisen- und Notfallmanagement (Versagen in Notfallsituationen durch fehlendes Training, Häufung meldepflichtiger Keime etc.)
  • MPG (fehlende Wartung, nicht funktionstüchtige MPGs, Gefahr von Patienten und Mitarbeiter durch falschen Betrieb etc.)
  • Organisation und Personalmanagement (Hohe Personalfluktuation, Mangelnde Kommunikation im Team, Fehlende Kompetenzen im Team, Personalausfall, fehlendes Wissen über Abläufe)
  • Patientenorientierung (Vermeidung von Verwechslungen, mangelnde Aufklärung)
  • Strahlenschutz (fehlende rechtfertigende Indikation, mangelnde Qualitätssicherung, Übersehen eines Additions- oder Subtraktionseffekts)
  • Ausfall Praxisinhaber (Vorsorge treffen, Checklisten und Formulare der Kammern verwenden)
  • mangelhafte Betriebsausfallversicherung (sollte bei selber Krankheit mehrmals greifen!)

In seinem Buch nennt Dr. Sarbandi noch eine Vielzahl weiterer Risiken. Es lohnt, hier tiefer einzusteigen und dabei einen Blick in sein Buch „Risikomanagement in der Zahnarztpraxis (2016)“ zu werfen.

 Interessiert dich, was in den Kliniken los ist? Hier die TOP 10 Fehler der Kliniken. 

  • Fehler in Diagnosestellung
  • Falsche Verabreichung von Arzneimitteln
  • Verwechslung von Patient, Befund, Seite
  • Informationsverlust bei Dienstübergaben
  • Technischer Datenverlust
  • Nosokomiale Infektionen
  • Fehlbedienung von Medizinprodukten
  • Notfall- und Krisenmanagement nicht eingeübt
  • Stürze
  • Lücken in der Patientenaufklärung

Daraus kann man doch lernen…

Ich hoffe, dass ich dir mit diesem Artikel erste Denkanstöße und Hilfestellung beim Aufbau deines Risikomanagements in der Zahnarztpraxis geben konnte. Zahnarztpraxis ist nicht gleich Zahnarztpraxis. Deshalb kann der Artikel auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Er soll eher als  Anregung dienen und dir den Start erleichtern, um ein Risikomanagement aufzubauen. Selbstverständlich müssen die Inhalte ganz individuell ergänzt und an deine Praxisgegebenheiten angepasst werden.

Hilfreiche Links zum Thema Risikomanagement in der Zahnarztpraxis:

https://www.kzbv.de/it-sicherheitsrichtlinie.1475.de.html (Stand Februar 2021)

 

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Die Autorin und Auditorin steht für Qualitätsmanagement mit Leichtigkeit und Weitblick. Soll heißen, dass sie nichts davon hält QM zu verkomplizieren. In erster Linie muss QM von Anfang an nützlich und praktisch sein. Es soll dabei helfen, den Praxisalltag zu vereinfachen, gesetzliche Vorgaben einzuhalten, die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verbessern und dabei die Praxisstrategie nicht aus den Augen zu lassen.

info@qm-oischinger.de