E-Checks in der Zahnarztpraxis sind Pflicht. Aber nicht nur das.

E-Checks in der Zahnarztpraxis sind Pflicht. Aber nicht nur das.

„Ja krass! Kannst du mir das bitte nochmal alles zusammenschreiben? Das ist ja der Hammer, an was ich da alles denken muss!“ 
Klar! Mach ich doch gern. Und damit du auch gleich was davon hast, gibt’s heute diesen Blog-Artikel zum Thema E-Checks in der Zahnarztpraxis. Naja. Es wird nicht nur um E-Checks in der Zahnarztpraxis gehen. Thema sind alle Prüfungen, die von dir als Praxisinhaber und damit Betreiber verpflichtend gefordert sind.

Das gleich vorweg: Ich halte gar nichts davon, Ängste zu schüren. Ich bin einfach der Meinung, dass du das Geräte-Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen solltest. Denn das könnte bald fatale Folgen für dich haben. Schließlich will kein Mensch wegen nem alten Wasserkocher auf einem 6 oder gar 7 stelligen Brandschaden sitzen bleiben, oder sich strafbar machen, weil durch ein defektes Gerät ein Mitarbeiter oder Patient zu Schaden kam.

E-Checks in der Zahnarztpraxis sind Pflicht. Daran kommst du nicht vorbei. Ja, sicher kostet es  Überwindung, weil viele einfach nicht wissen, wo sie am besten anfangen sollen. Dabei ist das Thema schnell erledigt. Alles was es braucht, ist einen strukturierten Start. Und etwas Zeit, um sich durchzuarbeiten. Du bekommst am Ende dieses Artikels einige Tipps an die Hand, sodass du schnell fertig bist.

Verbindliche Prüfpflicht nicht nur für E-Checks in der Zahnarztpraxis

Hier sind die wichtigsten Infos, warum sich für Medizinprodukte und Elektrische Geräte im Allgemeinen eine rechtliche – und damit verbindliche – Prüfpflicht ergibt:

Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)

§ 4 Grundpflichten des Arbeitgebers

(1) Arbeitsmittel dürfen erst verwendet werden, nachdem der Arbeitgeber

  1. eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt hat,
    2. die dabei ermittelten Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik getroffen hat und
    3. festgestellt hat, dass die Verwendung der Arbeitsmittel nach dem Stand der Technik sicher ist.

§ 23 Straftaten

(1) Wer durch eine in § 22 Abs. 1 bezeichnete vorsätzliche Handlung Leben oder Gesundheit eines Beschäftigten gefährdet, ist nach § 26 Nummer 2 Arbeitsschutzgesetz strafbar.

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

DGUV 3 § 5 Prüfungen
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden. […] Die Fristen sind so zu bemessen, dass entstehende Mängel, mit denen gerechnet werden muss, rechtzeitig festgestellt werden.

Versicherungsvertragsgesetz (VVG)

§ 81 Herbeiführung eines Versicherungsfalles

(1) Der Versicherer ist nicht zur Leistung verpflichtet, wenn der Versicherungsnehmer vorsätzlich den Versicherungsfall herbeiführt.
(2) Führt der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall grob fahrlässig herbei, ist der  Versicherer berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen.

Und genau deshalb verschaffen wir uns zu Beginn des QM-Projekts erst mal einen Überblick und sorgen dafür, dass die gesetzlichen Vorgaben erledigt sind. 

Wir gehen alle Geräte durch. Erstellen Bestandslisten und schauen, ob z. B. alle Medizinproduktebücher, Herstellereinweisungen, E-Checks, STK, DIN 62353 Prüfungen etc. vorhanden sind… Es scheint uferlos. Und wenn ich ehrlich bin, ist es das auch. Hilft aber nix. Du musst dich auskennen, brauchst einen Überblick und dann kannst du alle Maßnahmen in die Wege leiten.

Denn wenn es erst mal brennt, zahlt dir bei fehlenden E-Checks in der Zahnarztpraxis keine Versicherung!

Darauf kommt es jetzt an:

Damit du ab jetzt auf der sicheren Seite bist und alles für den Schutz deiner Mitarbeiter, deiner Patienten und deines Portemonnaies getan hast, gibt’s hier die Checkliste mit den To Do’s:

Neues aktives Medizinprodukt

Aktive Medizinprodukte sind solche, die mit Hilfe einer externen Energiequelle (Strom, Akku, Batterie, thermische oder kinetische Energie oder Gasdruck) betrieben werden.

Das musst du jetzt umsetzen:

  • CE-Kennzeichen vorhanden?
  • Gerät in Bestandsverzeichnis nach §13 MPBetreibV erfassen
  • Herstellerangaben, Gebrauchsanweisungen, Gerätebücher zugänglich aufbewahren
  • Mitarbeiter-Unterweisung in die sachgerechte Handhabung aller aktiven Medizinprodukte inkl. Doku (Tipp: pro Zimmer)
  • Wartungen gemäß Herstellerangaben
  • E-Checks in der Zahnarztpraxis (DGUV V3-Prüfung)
  • Ggf. Sicherheitstechnische Kontrolle nach DIN 62353 (z.B. für Behandlungsstühle, Röntgengeräte etc. (siehe Herstellerangaben / Wartungsinfos)
  • Falls spezielle Wartungen oder DIN Prüfungen gefordert sind, dann erfasse die Geräte und die Termine zur Übersicht in einer Liste der „Wiederkehrenden Termine“ und plane sie rechtzeitig.
  • Bei Bedarf Meldung von Vorkommnissen an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
  • Bei Mängeln werden die betroffenen Geräte sofort gekennzeichnet, ausgesondert & repariert. Die Praxisleitung ist zu informieren.

Neues Medizinprodukt der Anlage 1

Medizinprodukte gemäß MPBetreibV Anlage 1 sind z.B. Lasergeräte der Klasse 3B, 3R & 4, HF-Chirurgiegeräte (z.B. Elektrotom, Piezo), Nervenfunktionsgeräte (Pulpenprüfer, Tens), Reizstromgeräte (z.B. Defi), Inhalationsnarkosegeräte. Weitere Geräte findest du in diesem Link:

https://www.gesetze-im-internet.de/mpbetreibv/anlage_1.html

Das musst du jetzt umsetzen:

  • alle Maßnahmen siehe „Neues aktives Medizinprodukt“   PLUS
  • Medizinproduktebuch
  • Herstellereinweisung der „vom Betreiber beauftragten Personen“ inkl. Doku!! (meint Herstellereinweisung des Ersteinweisers –  also der Person, die in deiner Praxis weitere Personen in der Handhabung des Anlage 1 Gerätes einweisen darf. Mein Tipp: Das sollte die Praxisleitung sein. Denn sollte der Ersteinweiser die Praxis verlassen, musst du die Herstellereinweisung nochmal zahlen.)
  • Alle Personen, die mit dem Anlage 1-Gerät (z.B. Elektrotom) arbeiten, müssen vom Ersteinweiser in die sachgerechte Handhabung eingewiesen werden – inkl. Doku!!
  • STK (Sicherheitstechnische Kontrollen)
  • Ggf. Betriebsanweisungen erstellen (z.B. Laser)

Neues Medizinprodukt der Anlage 2

Medizinprodukte gemäß MPBetreibV Anlage 2 sind z.B. Blutdruckmessgeräte, elektrische Fieberthermometer.

https://www.gesetze-im-internet.de/mpbetreibv/anlage_2.htm

Das musst du jetzt umsetzen:

  • alle Maßnahmen siehe „Neues aktives Medizinprodukt“    PLUS
  • Medizinproduktebuch
  • MTK (Messtechnische Kontrollen)

Sonstige elektrische Geräte wie Bildschirm, Telefon, PC oder Steckdosenleiste (ja, auch die)

Das musst du jetzt umsetzen:

  •  CE-Kennzeichen?
  • Gerät in Bestandsverzeichnis für elektrische Geräte erfassen
  • Herstellerangaben, Gebrauchsanweisungen oder Gerätebücher zugänglich aufbewahren
  • Wartungen gemäß Herstellerangaben
  • E-Checks in der Zahnarztpraxis (DGUV V3-Prüfung)
  • Bei Mängeln werden die betroffenen Geräte sofort ausgesondert, repariert, Info an Praxisleitung
  • Ggf. Betriebsanweisungen erstellen

Tipps, damit du schneller fertig bist

Schritt 1:

Erstelle eine Bestandsliste für deine aktiven Medizinprodukte und für elektrische Geräte. 

Schritt 2:

Überprüfe anhand der Bestandsliste, ob alle Handbücher und Betriebsanweisungen vorhanden sind. Falls nicht, kannst du viele davon im Internet herunterladen. Ansonsten wendest du dich am besten direkt an den Hersteller.

Schritt 3:

Lege eine Liste mit Wiederkehrenden Terminen an. Die könnte z.B. so aussehen: Neben Gerät, Prüfart, Turnus und  letzter Prüfung legst du Spalten für die nächsten 10 Jahre an.

Anschließend liest du in allen Gerätehandbüchern unter dem Punkt „Wartung, Sicherheitstechnische Kontrollen“ nach, ob und wenn ja, in welchem Turnus die Prüfintervalle gefordert sind.

Anschließend schaust du in euren Unterlagen nach, wann die letzte Prüfung durchgeführt wurde und planst im richtigen Turnus die nächsten Prüftermine.

So hast du alles im Blick und kannst die Termine, die ein Techniker gemeinsam erledigen könnte, zusammenlegen. Das spart nicht nur Anfahrtskosten, sondern auch Zeit, die die Planung und Koordinierung des Technikers bzw. Terminverschiebungen für Patienten nach sich zieht.

Tipp: Ergänze in dieser Liste auch Termine für die Gefährdungsbeurteilung, Pflicht- und Angebotsvorsorgen, Mitarbeiterunterweisungen, Röntgenaktualisierung, BUS-Dienst, Brandschutzhelfer-Schulungen, Erste-Hilfe Kurs, Check des erste Hilfe Materials, Sicherheitsbericht MDR etc. Die Kammern geben häufig Listen mit wiederkehrenden Terminen raus.

Welche Geräte und Termine in deiner Liste landen ist natürlich sehr individuell. Hier ein fiktives Beispiel, wie sowas  aussehen könnte.

Schritt 4:

Überprüfe, ob du für alle Medizinprodukte der Anlage 1 die Herstellereinweisungen für den Ersteinweiser hast und ob die Medizinproduktebücher vorhanden sind.

Schritt 5:

Organisiere zeitnah die Termine für die E-Checks, Wartungen, STK etc. und, falls notwendig, bei Anlage 1 Geräten die Herstellereinweisungen für die Ersteinweiser (Tipp: das sollte die Praxisleitung selbst sein). Du weißt jetzt, im Schadensfall zahlt dir keine Versicherung!

Schritt 6:

Sobald die Ersteinweisung über die Bühne ist und vom Hersteller oder Depot schriftlich bestätigt wurde, müssen alle Personen, die mit dem Anlage 1-Gerät arbeiten (z.B. Elektrotom) eine Unterweisung vom Ersteinweiser in die sachgerechte Handhabung erhalten (inkl. Dokumentation!).

Schritt 7:

Falls notwendig (z.B. Röntgen, Laser, Elektrotom) Betriebsanweisungen erstellen.

Schritt 8:

Seit 2017 ist es verpflichtend, alle Mitarbeiter in die sachgerechte Handhabung aller aktiven Medizinprodukte inkl. Dokumentation einzuweisen. (z.B. zimmerweise). Nutze dafür z.B. die Herstellerangaben und Betriebsanweisungen) 

Noch ein Tipp zum Schluss: E-Checks sind teuer. Hol dir am besten 3 Angebote für die DGUV V3-Prüfung und vergleiche!

Das ist dein Ziel

Du hast einen Überblick über alle Geräte und alle Prüftermine und du hast alle Herstellerangaben, Unterweisungen und falls nötig Medizinproduktebücher strukturiert abgelegt. Das heißt, jeder Mitarbeiter kann jederzeit auf alle Unterlagen zugreifen. Alle Prüfungen werden regelmäßig im richtigen Turnus durchgeführt. Die Prüfprotokolle werden systematisch abgelegt, sodass alles komplett und an einer Stelle zu finden ist.

Stell dir vor, ich frag dich, wann die letzte STK deines Elektrotoms durchgeführt wurde. Dann gehst du zielstrebig zum Ordner (oder elektronischen System) und ziehst alle Unterlagen raus. Da willst du hin.

P.S. Wenn du noch nicht weißt, welche Termine für deine Praxis (sonst noch) verpflichtend sind, nutze mein kostenloses Strategiegespräch. Hier gehen wir alles gemeinsam durch und als Ergebnis bekommst du von mir die Übersicht und damit die Sicherheit, die dich besser schlafen lässt.

WIE DU LÄSSIG STATT LÄSTIG ZUM ZIEL KOMMST.

Du hast mit QM schon so oft angefangen, kommst aber nicht richtig weiter? Du weißt noch nicht, worauf es ankommt & nicht zu wissen, wo du stehst, ist schwer auszuhalten?

Hol dir mein QM-MINI-AUDIT und lern, wie du den lange ersehnten Überblick gewinnst. Du findest schnell heraus, welche gesetzlichen Vorgaben du schon erfüllst & um welche Schritte du dich jetzt kümmern willst. 

Die Autorin und Auditorin steht für Qualitätsmanagement mit Leichtigkeit und Weitblick.  QM muss von Anfang an nützlich und praktisch sein. Es soll dabei helfen, den Praxisalltag zu vereinfachen, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verbessern.

Brandschutz in der Zahnarztpraxis. Darauf kommt’s an!

Brandschutz in der Zahnarztpraxis. Darauf kommt’s an!

Keiner hat’s gemerkt: Versehentlich beim Aufräumen an den Wasserkocher gekommen, dann hektisch den Pausenraum verlassen und schnell den wartenden Patienten behandelt… Und der Wasserkocher? Der überhitzt und brennt. Und der ganze Pausenraum mit dazu.

Die meisten Brände fangen klein an. Werden aber durch die Brand- und Rauchgasentwicklung innerhalb von Sekunden zur akuten Lebensgefahr. Deshalb bleibt nicht viel Zeit für Brandschutz in der Zahnarztpraxis. Denn zwischen Entstehungs- und Vollbrand eines Zimmers liegen nur wenige Minuten. Immens wichtig also, jetzt schnell und vor allem richtig zu handeln. Die Evakuierung muss stehen. Aufgaben müssen klar verteilt sein. Alle wollen und sollen in Sicherheit gebracht werden.

Mit diesem Artikel will ich dich sensibilisieren und du erfährst, welche Aufgaben du in Bezug auf Brandschutz in der Zahnarztpraxis erfüllen musst. Denn wenn es brennt, ist es zu spät sich darüber Gedanken zu machen.

Allzu häufig merke ich, dass Brandschutz auf die leichte Schulter genommen wird. Feuerlöscher werden nicht geprüft oder fehlen. Evakuierungspläne gibt’s nicht. Kurzum: Keiner weiß so richtig, was zu tun ist.

Aber: Wenn’s brennt, bleibt keine Zeit. Weder für Abstimmung. Noch für „ach hätte ich mal“. Brandschutz ist ein Thema, das vorher organisiert werden muss. Bevor es zu Verletzungen oder Schlimmerem kommt.

 

Häufige Brandursachen

Die Brandursachen sind vielseitig. Wenn wir aber ehrlich sind, könnte man sie in den häufigsten Fällen vermeiden. Ganz vorne mit dabei sind die Themen:

  • fehlende/mangelnde Wartung von elektrischen Geräten
  • unsachgemäßer Umgang mit Arbeitsmitteln, Stoffen und Gemischen
  • mangelndes Gefahrenbewusstsein beim Umgang mit Gefahrenstoffen und Zündquellen
  • fehlerhafte, überhitzte oder überlastete elektrische Anlagen und Betriebsmittel (der Klassiker: der Mehrfachstecker am Mehrfachstecker. Oder der Wasserkocher, der unbemerkt angeschaltet wird und dann in Flammen aufgeht.)

Organisation von Brandschutz in der Zahnarztpraxis

  • Gefährdungsbeurteilung durchführen, die auch Brandgefährdungen berücksichtigt.
  • Technische und organisatorische Maßnahmen gegen Entstehungsbrände & Verhaltensregeln im Brandfall (z.B. Evakuierung) festlegen und dokumentieren.
  • Aushang eines Flucht- und Rettungsplanes.
  • Brandschutzmaßnahmen müssen an gut zugänglicher Stelle sichtbar gemacht werden. (z.B.in Form einer Brandschutzordnung oder eines Flucht- und Rettungsplans „Regeln für das Verhalten im Brandfall“).
  • Fluchtwege und Notausgänge festlegen und freihalten.
  • Brandschutzbeauftragte installieren. In der Regel sind 5% der Beschäftigten ausreichend. Schichtbetrieb etc. sind zu berücksichtigen. Die Ausbildung inkl. Löschübungen sollte alle 3-5 Jahre aufgefrischt werden.
  • Instandhaltung und Prüfung von Brandmeldeanlagen und Feuerlöschern.
  • Sicherheitsdatenblätter zu den Gefahrenstoffen vorhalten, ggf. Betriebsanweisungen erstellen.
  • ggf. Sicherheitsbeleuchtung an Fluchtwegen.
  • Sicherheits- und Gefahrenkennzeichnung.
  • Lagerung von Gefahrenstoffen organisieren.
  • Regelmäßige Unterweisung der Beschäftigten (vor Aufnahme der Beschäftigung, bei Veränderung des Tätigkeitsbereichs, mindestens jährlich).
  • Feuerlöscher zur Verfügung stellen und instand halten.

Welcher Feuerlöscher ist denn nun der Richtige und wie viele davon sind sinnvoll?

Um das heraus zu finden, möchte ich dir ein Standardschema vorstellen:

1. Schritt Du ermittelst die Brandklassen in deiner Praxis.
2. Schritt Du ermittelst, ob eine normale oder erhöhte Brandgefährdung vorliegt.
3. Schritt In Abhängigkeit von der Praxis-Grundfläche ermittelst du die Löschmitteleinheiten (LE), die für die nötige Grundausstattung an Feuerlöschern notwendig sind.
4. Schritt Du legst die notwendige Anzahl an Feuerlöschern und die entsprechenden Standorte fest.
5. Schritt Bei Bedarf (insbesondere bei erhöhter Brandgefährdung) legst du zusätzliche Schutzmaßnahmen fest.

Schritt 1: Brandklassen ermitteln

Quelle: Technische Regeln für Arbeitsstätten, Maßnahmen gegen Brände ASR A2.2, Stand Mai 2018

Schritt 2: Brandgefährdung ermitteln

Eine erhöhte Brandgefährdung liegt dann vor, wenn besonders brandgefährliche Stoffe und Geräte zu finden sind. 

Der Blick ins Gefahrenstoffverzeichnis verschafft dir hier schnell einen Überblick. So sind z.B. Desinfektionsmittel, Reinigungsmittel, Säuren brandgefährlich. Auch Gaskartuschen oder elektrische Geräte, die Hitze erzeugen können stellen eine erhöhte Gefahr dar. Praxen mit einem eigenen Praxislabor dürften also als besonders brandgefährlich einzustufen sein. Auch Lachgas oder die Arbeit mit Sauerstoff erhöhen die Brandgefährdung.

Stellst du also im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung eine erhöhte Brandgefährdung fest, so willst du neben den Feuerlöschern weitere Maßnahmen umsetzen.

Schritt 3: Löscheinheiten ermitteln

Anhand der Grundfläche deiner Praxis (pro Etage) ermittelst du die Anzahl der Löschmitteleinheiten (LE). 

Achtung! Die LE sind nicht mit der Anzahl der Feuerlöscher gleichzusetzen! Folgende Tabelle gibt dir einen ersten Überblick:

 

Quelle: Technische Regeln für Arbeitsstätten, Maßnahmen gegen Brände ASR A2.2, Stand Mai 2018

Schritt 4: Bereitstellen der Feuerlöscher

Nun kennst du die in deiner Praxis vorhandenen brennbaren Stoffe (also Brandklassen), du kannst die Brandgefährdung einschätzen und hast anhand der Praxis-Grundfläche die LE berechnet.

Nun ist es an der Zeit, die richtigen und ausreichende Anzahl an Feuerlöschern zu besorgen und diese alle 2 Jahre zu warten.

TIPP: Einigen meiner Kunden ist das zu teuer. Daher kaufen sie lieber alle 2 Jahre neue Feuerlöscher und verwenden die Alten für praktische Löschübungen im Team.

Was muss ich im Umgang mit Feuerlöschern beachten?

  • Feuerlöscher gut sichtbar und leicht erreichbar anbringen.
  • Feuerlöscher vorzugsweise in Fluchtwegen, im Bereich der Ausgänge ins Freie, an den Zugängen zu Treppenräumen oder an Kreuzungspunkten von Verkehrswegen/Fluren anbringen.
  • Die Entfernung von jeder Stelle zum nächstgelegenen Feuerlöscher soll nicht mehr als 20 m (tatsächliche Laufweglänge) betragen, um einen schnellen Zugriff zu gewährleisten. Bei erhöhter Brandgefährdung ggf. kürzere Wege.
  • Feuerlöscher sind so angebracht, dass diese ohne Schwierigkeiten aus der Halterung entnommen werden können; für die Griffhöhe haben sich 0,80 m bis 1,20 m bewährt.
  • Die Standorte von Feuerlöschern sind gekennzeichnet.
  • Löschmittel sind an die Brandklasse anzupassen.
  • Fluchtwege sind mit einer Sicherheitsbeleuchtung auszustatten, wenn bei Ausfall der allgemeinen Beleuchtung das gefahrlose Verlassen der Praxis nicht gewährleistet ist.
  • In mehrgeschossigen Gebäuden sind in jedem Geschoss mindestens 6 Löschmitteleinheiten (LE) bereitzustellen.
  • Um tragbare Feuerlöscher einfach handhaben zu können, soll auf ein geringes Gerätegewicht sowie auf gleiche Funktionsweise der Geräte bei Auslöse- und Unterbrechungseinrichtungen geachtet werden.

Erhöhte Brandgefahr! Und jetzt?

Zusätzliche Maßnahmen können z.B. sein:

  • Anbringen von Brandmeldern, um Entstehungsbrände schneller zu erkennen.
  • Die Anzahl der Feuerlöscher erhöhen, um die Wege zum nächstgelegenen Feuerlöscher zu verkürzen
  • Zusätzliche, jeweils geeignete Feuerlöscher an Arbeitsplätzen mit erhöhter Brandgefährdung bereitstellen, um eine schnelle und wirksame Entstehungsbrandbekämpfung sicher zu stellen (z.B. Kohlendioxidlöscher im Serverraum)
  • Reduzierung/ Begrenzung der Menge von brennbaren oder oxidierenden Gefahrenstoffen,
  • Brandbeschleuniger wie herumstehende, leere Kartons entsorgen.
  • Fluchtwege frei halten, Fluchttüren sind in Fluchtrichtung hin & leicht zu öffnen.

Sicherer und richtiger Einsatz mit Feuerlöschern

Im Ernstfall kommt es vor allem auf die sichere Handhabung an. Auf Schnelligkeit und die richtige Löschtaktik.

Quelle: DGUV Information 205-025 „Feuerlöscher richtig einsetzen“, Ausgabe Mai 2016

Achtung! Erstickungsgefahr bei Kohlendioxid (CO2) -Löschern!

Kohlendioxid-Löscher sind komplett rückstandsfrei und hinterlassen somit keine Löschschäden. CO2 ist nicht elektrisch leitend und eignet sich daher besonders für Serveranlagen.

ABER es herrscht Erstickungsgefahr, weil Kohlendioxid ein geruchs- und farbloses Atemgift ist.

Daher kann die Verwendung von CO2-Löschern in kleinen und engen Räumen lebensgefährlich werden. Schwindel, Krämpfe, Bewusstlosigkeit mit zu kurzfristig folgendem Tod. Kein Spaß. Daher gibt es hier ganz klare Vorgaben (DGUV Information 205-034), die dringend eingehalten werden müssen.

Pro Kilogramm CO2-Löschmittel muss mindestens eine freie Grundfläche von 5,5 m2 zur Verfügung stehen.

2 kg CO2 -Feuerlöscher erfordern mindestens 11 m2 freie Grundfläche.

5 kg CO2 -Feuerlöscher erfordern mindestens 27,5 m2 freie Grundfläche.

Es wird empfohlen, durch den Türspalt zu löschen und die Türe danach sofort zu schließen.

1. Schritt Prüfen, dass sich keine weiteren Personen im Brandraum aufhalten
2. Schritt Den kompletten Inhalt des Feuerlöschers abgeben.
3. Schritt Es darf nur die für den Raum vorgesehene Löschmittelmenge verwendet werden.
4. Schritt Der Löschvorgang im Stehen mit aufgerichtetem Körper.
5. Schritt Nach Beendigung des Löschvorgangs ist die Tür zum Brandraum sofort zu schließen.
6. Schritt Andere Personen sind am Betreten des Raumes zu warnen, bis die Feuerwehr eintrifft.

Quelle: DGUV Information 205-034 „Einsatz von Kohlendioxid (CO2)-Feuerlöschern

Mögliche Inhalte der Brandschutzunterweisung

1. Im Arbeitsbereich vorhandene Brandgefahren, z.B. 

  • Rauchen, Offenes Feuer (z.B. Kerze auf Schreibtisch, Feuerarbeiten)
  • Selbstentzündende, mit Fett oder ölgetränkten Putzlappen (z.B. Leinöl)
  • Nichtbestimmungsgemäße Handhabung von Elektrogeräten,
  • Lagerung von brennbaren Materialien (z.B. Kartonagen in Flucht- und Rettungswegen)

2. Umgang mit Zündquellen (Betriebsanweisungen)

3. Maßnahmen zur Abwendung von Brandgefahren, z.B.

  • Rauchverbote einhalten,
  • Brandschutztüren nicht durch Keile oder ähnliches aufhalten,
  • nur geprüfte E-Geräte bestimmungsgemäß verwenden,
  • brennbare Abfälle nicht im Arbeitsbereich lagern,
  • Flucht- und Rettungswege freihalten,
  • Feuerlöscher jederzeit zugänglich bereitstellen (auf jeder Ebene!)

4. Verhalten im Brandfall, z.B.:

  • Feuerwehr alarmieren (Notruf 112):
  • Wo ist es passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wer ruft an?
  • Wieviele Personen sind betroffen?
  • Warten auf Rückfragen?
  • Die Feuerwehr oder Rettungsleitstelle beendet das Gespräch!

5. Flucht- und Rettungswege (Praktische Übung der Evakuierung, Flucht – und Rettungsplan): z.B.

  • Verantwortlichkeiten für die Evakuierung festlegen (wer macht was?)
  • Personen im Umfeld warnen und zum Verlassen des Gefahrenbereichs auffordern.
  • Personen mit eingeschränkter Mobilität unterstützen
  • Ruhig das Gebäude auf den Fluchtwegen verlassen
  • Anweisung, Aufzüge im Brandfall nicht zu benutzen
  • Sammelstelle aufsuchen
  • Bei den Sammelstellenverantwortlichen melden
  • Abwesenheitskontrolle oder Feststellung, ob betroffene Bereiche vollständig evakuiert wurden.
  • Sammelstelle erst auf Anweisung der verantwortlichen Person verlassen.

Das Thema Brandschutz ist keine Raketenwissenschaft, sondern erfordert einfach mal Zeit, um sich konzentriert damit zu befassen und die notwendigen Schritte einzuleiten. In den Hilfreichen Links findest du gute Vorlagen, damit du schnell anfangen kannst.

Wie sagte Goethe so schön: Erfolg hat 3 Buchstaben: TUN.

WIE DU LÄSSIG STATT LÄSTIG ZUM ZIEL KOMMST.

Du hast mit QM schon so oft angefangen, kommst aber nicht richtig weiter? Du weißt noch nicht, worauf es ankommt & nicht zu wissen, wo du stehst, ist schwer auszuhalten?

Hol dir mein QM-MINI-AUDIT und lern, wie du den lange ersehnten Überblick gewinnst. Du findest schnell heraus, welche gesetzlichen Vorgaben du schon erfüllst & um welche Schritte du dich jetzt kümmern willst. 

Die Autorin und Auditorin steht für Qualitätsmanagement mit Leichtigkeit und Weitblick. QM muss von Anfang an nützlich und praktisch sein. Es soll dabei helfen, den Praxisalltag zu vereinfachen, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verbessern. 

Arbeitsmedizinische Vorsorge in der Zahnarztpraxis – das gilt es unbedingt zu beachten

Arbeitsmedizinische Vorsorge in der Zahnarztpraxis – das gilt es unbedingt zu beachten

Mitten im Erstaudit: Ordner türmen sich. Alles tiptop vorbereitet, sodass ich mir gut einen ersten Eindruck verschaffen kann. Und dann die Frage zum Thema arbeitsmedizinische Vorsorge in der Zahnarztpraxis. „Was genau meinst du damit?“ „Stichwort G 42, G 24, G 37. Pflichtvorsorgen, Angebotsvorsorgen…“ Zahnarzt und Helferin schauen sich an, schütteln den Kopf. „Naja. Das sollte doch schon beim Arbeitsantritt gemacht werden, oder? Nein. Das machen wir nur unregelmäßig. Gut, dass wir hier drüber sprechen. Das müssen wir jetzt echt mal angehen.“

So oder so ähnlich spielen sich Auditszenen immer wieder ab. Und ich stelle fest, dass die Pflicht- und Angebotsvorsorgen nicht rechtzeitig, nur unregelmäßig oder schlimmstenfalls überhaupt nicht angeboten werden.

Deshalb will ich heute Licht ins Dunkel bringen und die wichtigsten Fakten zum Thema „Arbeitsmedizinische Vorsorge in der Zahnarztpraxis“ für dich zusammentragen.

Warum ist die arbeitsmedizinische Vorsorge in der Zahnarztpraxis überhaupt notwendig?

Abgesehen von der gesetzlichen Verpflichtung (ArbSchG, ArbMedVV) willst du damit arbeitsbedingte Erkrankungen und Berufskrankheiten frühzeitig erkennen und verhüten. Außerdem willst du natürlich einen wirksamen Beitrag zum Gesundheitsschutz leisten und damit die Beschäftigungsfähigkeit aufrechterhalten. Es steht immer die Frage im Raum: „Geht von der Tätigkeit eine Gefahr für die Gesundheit der Beschäftigten aus?“

Was sind deine Pflichten als Arbeitgeber?

1. Auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung musst du für eine angemessene Arbeitsmedizinische Vorsorge in der Zahnarztpraxis sorgen.

2. Die Arbeitsmedizinische Vorsorge muss ein Arzt mit der Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“ oder mit der Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ durchführen.

3. Die Vorsorgeuntersuchung soll während der Arbeitszeit stattfinden. Ergibt die Gefährdungsbeurteilung mehrere Anlässe (z.B. G 42, G 24) so sollen diese an einem Termin stattfinden. 

4. Du musst für jeden Mitarbeiter eine Vorsorgekartei führen. Gerne auch in elektronischer Form. Die Kartei  beinhaltet folgende Angaben:

  • Anlass der Vorsorge (z.B. erhöhte Gefährdung durch Feuchtarbeit mehr als 4 Stunden)
  • Datum der arbeitsmedizinischen Vorsorge
  • Bestätigung, dass der Termin stattgefunden hat (Vorsorgebescheinigung)
  • Bewahre die Angaben bis zum Ende des Beschäftigungsverhältnisses auf.
  • Dein Mitarbeiter erhält bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine Kopie seiner  Vorsorgekartei.

Eine Vorlage der Vorsorgekartei findest du in den hilfreichen Links am Ende dieses Beitrags.

Arten der arbeitsmedizinischen Vorsorge

 

Art der Untersuchung Hintergrund Beispiele
Pflichtvorsorge

Der Arbeitgeber muss VOR Aufnahme der Tätigkeit eine Vorsorge veranlassen. Der Arbeitgeber DARF eine Tätigkeit nur ausüben lassen, wenn der Beschäftigte an der Pflichtvorsorge teilgenommen hat.

Die Pflichtvorsorge muss in regelmäßigen Abständen veranlasst werden. Den Turnus legt der Betriebsarzt fest.

z.B. nicht gezielte Tätigkeiten  mit HAV, HBV, HCV, Feuchtarbeit mehr als 4 Std. täglich
Angebotsvorsorge

Der Arbeitgeber muss eine Angebotsvorsorge regelmäßig anbieten. Das Angebot muss persönlich sein. Selbst wenn der Beschäftigte die Angebotsvorsorge nicht in Anspruch nimmt, muss der Arbeitgeber das Angebot zur Angebotsvorsorge immer wieder regelmäßig anbieten und in der Vorsorgekartei dokumentieren.

Eine Angebotsvorsorge steht auch an, wenn der Arbeitgeber Kenntnis von einer Erkrankung erhält, die in ursächlichem Zusammenhang mit der Beschäftigung steht.

z.B. Feuchtarbeit mehr als 2 Std. täglich

oder

Tätigkeiten am Bildschirm > 40 Jahre nach 36 Monaten

Wunschvorsorge Der Arbeitgeber muss dem Beschäftigten regelmäßig eine Vorsorge ermöglichen, wenn diese gewünscht wird. Es sei denn, aus der Gefährdungsbeurteilung geht hervor, dass nicht mit einem Gesundheitsschaden durch diese Tätigkeit zu rechnen ist. Der Arbeitgeber  muss regelmäßig und nachweislich auf Wunschvorsorgen hinweisen. z.B. Vermutung eines Zusammenhangs zwischen Beschäftigung und psychischer Störung
Nachgehende Vorsorge Angebotsvorsorge für Beschäftigte und ehemals Beschäftigte nach Beendigung von Tätigkeiten mit möglicherweise verzögert auftretenden Gesundheitsbeeinträchtigungen. z.B. nach Umgang mit krebserzeugenden Stoffen

 

Woher weiß ich, ob ich eine Angebots- oder Pflichtvorsorge veranlassen muss?

Die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)  sieht ganz klare Kriterien vor, bei welchen Tätigkeiten eine Pflicht- oder Angebotsvorsorge erfolgen muss. Genaue Infos findest du im folgenden Link: https://www.gesetze-im-internet.de/arbmedvv/anhang.html

Fristen der G 42

Erstuntersuchungen sind vor Aufnahme der Tätigkeit durchzuführen. Für Nachuntersuchungen gelten in der Regel die nachstehend genannten Fristen. 

 

Erstuntersuchung Vor Aufnahme der Tätigkeit
Erste Nachuntersuchung
  • Vor Ablauf von 12 Monaten
  • Nach Schutzimpfung je nach Impfschutzdauer
  • Bei lebenslanger Immunität kann die Nachuntersuchung entfallen
Weitere Nachuntersuchung Vor Ablauf von 36 Monaten und bei Beendigung der Tätigkeit*)
(Nach Schutzimpfung je nach Impfschutzdauer, bei lebenslanger Immunität kann die Nachuntersuchung entfallen)
Vorzeitige Nachuntersuchung
  • Nach Infektion oder schwerer oder längerer Erkrankung, die Anlass zu Bedenken gegen die Fortsetzung der Tätigkeit geben könnte
  • Nach Verletzung mit der Möglichkeit des Eindringens von Infektionserregern
  • Nach ärztlichem Ermessen in Einzelfällen (z.B. bei befristeten gesundheitlichen Bedenken)
  • Auf Wunsch eines Beschäftigten, der einen ursächlichen Zusammenhang zwischen seiner Erkrankung und seiner Tätigkeit am Arbeitsplatz vermutet
  • Bei unfallartigem Geschehen
Nachgehende Untersuchungen Nach einer Tätigkeit in biotechnischen und/oder gentechnischen Laboratorien gemäß TRBA 310

 

*) Nachuntersuchungen bei Beendigung der Tätigkeit sind anzubieten, wenn während der Tätigkeit Pflichtuntersuchungen erforderlich waren. Dies gilt nicht für Tätigkeiten mit impfpräventablen biologischen Arbeitsstoffen, wenn ein ausreichender Immunschutz vorliegt.

 

Quelle: DGUV Information „Handlungsanleitung für die arbeitsmedizinische Vorsorge G42 Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung

Praxistipp: Die vom Betriebsarzt ausgestellte Vorsorgebescheinigung enthält auch die Angabe, wann eine weitere arbeitsmedizinische Vorsorge aus ärztlicher Sicht angezeigt ist.

Und wie geht es danach weiter?

Ergeben sich für den Arzt Anhaltspunkte, dass der Arbeitsschutz in deiner Praxis nicht ausreicht, ist es die Pflicht des Betriebsarztes, dir das mitzuteilen und Verbesserungsmaßnahmen vorzuschlagen.

Nach der Mitteilung bist du verpflichtet, deine Gefährdungsbeurteilung zu prüfen und unverzüglich die erforderlichen Arbeitsschutz-Maßnahmen zu treffen.

Hält der Arbeitsmediziner aus medizinischen Gründen einen Tätigkeitswechsel für erforderlich, der ausschließlich in der Person des Beschäftigten begründet liegt, so ist für die Mitteilung an den Arbeitgeber die Einwilligung des Beschäftigten notwendig. Bei einem erforderlichen Arbeitsplatzwechsel sind arbeitsrechtliche Regelungen zu berücksichtigen.

Falls du als Arbeitgeber oder dein Beschäftigter das Ergebnis der Vorsorge für unzutreffend haltet, so entscheidet die zuständige Behörde.

Alles kein Spaß! Ordnungswidrig handelt, wer…

  1. Pflichtvorsorgen nicht oder nicht rechtzeitig veranlasst.
  2. eine Tätigkeit ausüben lässt, ohne dass die Pflichtvorsorge stattfand.
  3. eine Vorsorgekartei nicht, nicht richtig oder unvollständig führt.
  4. Angebotsvorsorgen nicht oder nicht rechtzeitig anbietet.

Strafbar nach § 26 Nr. 2 ArbSchG macht sich, wer durch 1. – 4. bezeichnete vorsätzliche  Handlung Leben oder Gesundheit eines Beschäftigten gefährdet.

Doch dazu muss es nicht kommen.

So kannst du die ersten Schritte in die Wege leiten

  •  Aktualisiere die Gefährdungsbeurteilung in Praxis und Labor. Nutze hier auch die Materialien der BGW oder die Prüflisten deiner Landeszahnärztekammer.
  • Erstelle für jeden Mitarbeiter eine Vorsorgekartei. (siehe hilfreiche Links)
  • Vermerke in einer Checkliste zur Einstellung neuer Mitarbeiter, dass die Pflichtvorsorge vor Beschäftigungs-Antritt erledigt sein muss und plane Vorsorgeuntersuchungen entsprechend.
  • Schicke alle Mitarbeiter regelmäßig zur Pflichtvorsorge und biete unabhängig davon regelmäßig und nachvollziehbar Angebotsvorsorgen an, wenn die Gefährdungsbeurteilung dies erfordert.
  • Ermuntere deine Mitarbeiter, das Vorsorge – Angebot auch wahrzunehmen.

WIE DU LÄSSIG STATT LÄSTIG ZUM ZIEL KOMMST.

Du hast mit QM schon so oft angefangen, kommst aber nicht richtig weiter? Du weißt noch nicht, worauf es ankommt & nicht zu wissen, wo du stehst, ist schwer auszuhalten?

Hol dir mein QM-MINI-AUDIT und lern, wie du den lange ersehnten Überblick gewinnst. Du findest schnell heraus, welche gesetzlichen Vorgaben du schon erfüllst & um welche Schritte du dich jetzt kümmern willst. 

Die Autorin und Auditorin steht für Qualitätsmanagement mit Leichtigkeit und Weitblick. QM muss von Anfang an nützlich und praktisch sein. Es soll dabei helfen, den Praxisalltag zu vereinfachen, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verbessern. 

Bist du bereit für nachhaltigen Praxiserfolg?

Bist du bereit für nachhaltigen Praxiserfolg?

„Qualitätsmanagement? Ja, das haben wir in unserer Zahnarztpraxis längst angefangen. Der Ordner steht im Schrank und wir müssten dringend weitermachen. Aber unsere Motivation ist im Keller. Denn außer Bürokratie bringt QM bisher nichts. Und wie es zu Praxiserfolg beitragen soll… ich bin gespannt.“

Kommt dir das bekannt vor? Dieser Beitrag will inspirieren und einladen, es doch noch einmal zu versuchen.

Für viele Zahnärzte ist QM ein großes schwarzes Loch. Ein Molloch. Ein schier endlos ausuferndes Unterfangen. Es fehlt ein einfacher Einstieg. Ein Überblick und roter Faden. Die Leichtigkeit. Vielen Zahnärzten ist einfach nicht klar, welches Ziel QM verfolgt. Woher auch? Sie haben studiert und gegründet, um zu behandeln. Aber was wäre, wenn QM dabei hilft, erfolgreicher zu behandeln?

Einfach gedacht und richtig gemacht ist QM ein wirksamer Hebel für mehr Praxiserfolg. Denn wer weiß, wohin er will und wo er gerade steht, kann die richtigen Dinge in Angriff nehmen. Der kommt weg von ressourcenfressendem Aktionismus. Der braucht keine Brände mehr löschen und kann die immer mitschwingende Angst, ob alle Vorgaben erfüllt sind, ad Acta legen.

Wer den Überblick gewinnt, seine Strategie im Blick behält, das passende Personal findet und bindet, der kann sich über reibungslose und stabile Abläufe freuen. Abläufe, die gezielt auf die Bedürfnisse der (Wunsch-)Patienten abgestimmt sind. Das Ergebnis ist naheliegend: Begeisterte Patienten, die deine Praxis gerne weiterempfehlen. Mehr Praxiserfolg.

Lebendiges QM überzeugt. Es bringt Leichtigkeit und Schwung in deine Praxis, zieht leistungsbereite Mitarbeiter magisch an und schafft die Voraussetzungen, dass aus leistungs“bereit“ auch leistungs“fähig“ wird. Klingt doch spannend, oder? Und womit fängt alles an?

Das Samenkorn für deinen Praxiserfolg.

Weder mit Ablaufbeschreibungen noch mit Bestandslisten oder Sicherheitsdatenblättern! Das Samenkorn für deinen Erfolg ist ganz klar dein Fokus. Die Rede ist von einer glasklaren Vision, die eine ganz konkrete Richtung vorgibt und deinem gesamten Team als Wegweiser dient. Warum hast du deine Zahnarztpraxis gegründet? Wofür brennst du? Was treibt dich an und was möchtest du unbedingt anders machen als deine Mitbewerber? Je größer und konkreter du deine Vision in 2-3 Sätzen formulieren kannst, desto inspirierender für deine Mitarbeiter. 

 

Für einen Steuermann, der sein Ziel nicht kennt, ist jeder Wind günstig.

Mark Twain

 

Zu einem gemeinsamen Ziel gehört auch ein gemeinsamer Weg. Die alles entscheidende Frage lautet nun: Wird dieser Weg holprig und mühsam? Oder interessant? Inspirierend? Angenehm? Du hast es maßgeblich in der Hand. Denn entscheidend sind eure gemeinsamen Werte. Sie sind die Basis eures Handelns und damit eures Alltags.

Frage dich: Was ist euch in der Zusammenarbeit wichtig? Wie wollt ihr miteinander umgehen? Wie sieht eure Feedback- und Fehlerkultur aus? Was macht euch als Team aus? Wie hebt ihr euch von der Konkurrenz ab? Was ist für euch „Praxiserfolg“ konkret? Wie kann jeder einzelne Mitarbeiter seinen Beitrag zum Praxiserfolg leisten? Wie kann sich jeder mit seinen Stärken, Interessen und Talenten einbringen? Kurzum: Mit gemeinsamen Werten schafft ihr ein einmaliges Wir-Gefühl.

Die kraftvollste Basis für eine erfolgreiche, loyale Zusammenarbeit ist dein Fokus mit attraktiven, mitreißenden Zielen. Ein ganz klares „das sind wir“ und „hier wollen wir hin“. Du wirst überrascht sein, wieviel Energie, Inspiration und Schwung deine klare Linie in dein Team bringt. Wie dein Team immer näher zusammenrückt. Wie du künftig die Mitarbeiter anziehst, die ganz genau zu dir, deinem Mindset und deinem Team passen. 

Praxiserfolg

Wissen ist die Basis allen Fortschritts

Eine attraktive Unternehmenskultur und das passende, leistungsbereite Personal sind das eine. Leistungsfähigkeit entsteht aber erst, wenn alle notwendigen Informationen und Qualifikationen vorhanden sind. Daher ist es für stabile Abläufe und die gewünschte Rechtssicherheit essentiell, das gesamte Praxiswissen zusammenzutragen.

Also den Wissensschatz, der bisher noch in den Köpfen deiner Mitarbeiter steckt oder auf USB-Sticks bzw. Ordnern verteilt und verborgen ist – gemeinsam zu heben. Stellt vorhandene Ablaufbeschreibungen, Checklisten, Unterlagen aller Art strukturiert zusammen und jedem Mitarbeiter gleichermaßen zur Verfügung.

Denk dran, dass du das Rad nicht neu erfinden musst. Viele Experten haben sich bereits vor dir Gedanken zum Thema Arbeitssicherheit oder Hygiene gemacht. Nutze die Angebote, die deine Kammer oder die BGW zur Verfügung stellen. Und nutze auch die Vorerfahrungen deiner  Mitarbeiter. Du kannst sicher auf unendlich wertvolle Erfahrungen und Experten-Know-How in deinem Team zurückgreifen. Lass sie Teil des Praxiserfolgs werden.

Praxiswissen bedeutet auch, Mitarbeiter zu qualifizieren, um Abläufe reibungsloser zu gestalten. Ein sträflich vernachlässigtes Stiefkind ist zum Beispiel die Behandlungsdokumentation. Ja manch einer sträubt sich regelrecht dagegen. Dokumentiert nur das Nötigste. In meinen Augen ist das bloßer Unsinn.

Denn eine sinnvolle und zielgerichtete Behandlungsdokumentation kann immens viel zu reibungslosen Abläufen beitragen. Haftungsfragen und verloren gegangenes Honorar jetzt mal außen vor gelassen. Hast du dich schon einmal mit deinem Labortechniker oder deiner ZMV darüber ausgetauscht, wie oft diese ihre Arbeit unterbrechen müssen, um fehlende Informationen zu beschaffen? Wie viele Anläufe teilweise unternommen werden müssen, um dich zwischen den Behandlungen zu erwischen? Das ist für alle Beteiligten überflüssig und ärgerlich. Und Wertschätzung für die Arbeit deiner Kollegen sieht anders aus.

Ganz klar. Nichts anderes frisst tagtäglich so viel Zeit und Ressourcen wie die vermeintlich lästige Behandlungsdokumentation. Im Umkehrschluss liegt hier aber ein rießiger Hebel, um mit gut geschultem Personal, einem durchdachten Labor-Auftragszettel oder guten Behandlungskomplexen richtig viel Zeit einzusparen und gleichzeitig mehr Umsatz zu generieren.

Eine professionelle Inhouse-Schulung einer erfahrenen (am besten externen) ZMV gehört meines Erachtens zu den jährlichen Pflichtveranstaltungen.

Schule deine Mitarbeiter auch in Methoden, um aktiv an einem attraktiven, sicheren Arbeitsplatz mitwirken zu können. Vorschläge einzubringen und die einzelnen Arbeitsbereiche nicht wie fensterlose Silos zu betrachten, sondern vielmehr miteinander zu verknüpfen.

Der Patient betritt die Praxis: Was geschieht am Empfang? Welche Dokumente müssen für die Behandlung vorbereitet und geprüft werden? HKP unterschrieben und gültig? Marcumar-Pass? Datenschutz… Zahnersatz wurde vom Labor geliefert? Was muss im Zimmer vorbereitet werden? Welche Instrumente? Welches Infomaterial? Modelle? Welche Aufklärungsbögen? Reicht die mündliche Aufklärung und Dokumentation im Behandlungsblatt? Welche Risiken und Besonderheiten bringt die Behandlung mit sich? Bereitet alles so vor, dass niemand mehr aus dem Zimmer muss. Dass alle notwendigen Informationen und Materialien am Platz sind. Welche Unterlagen bekommt der Patient im Anschluss mit? Kann man Rechnungen sofort in der Praxis ausstellen? AU, Rezepte…

Wer seine Behandlungsabläufe durchdenkt und alle Schnittstellen einbezieht, gewinnt den Überblick, kann Abläufe immer weiter an den Bedürfnissen der Patienten ausrichten. Ein optimal trainierter Staffellauf. Ein Hand in Hand arbeiten.

Der größte Frust- und Stresstreiber ist das sogenannte Inselwissen. Also das Wissen Einzelner und unterschiedliche Wissensstände. Damit verbunden sind Doppelarbeiten oder unterschiedliche gehandhabte Arbeitsabläufe. Wer kennt das nicht? Zusätzliche Wege weil Materialien fehlen, Störungen weil „mal eben kurz“ eine Frage gestellt werden muss – zig Mal am Tag, unnötige Fehler, Nacharbeit, fehlende Strukturen, fehlende Routinen. Und das leidige Gefühl, immer wieder von vorne anfangen zu müssen.

Schluss damit. Schaffe die Voraussetzungen, sodass jeder Mitarbeiter an jedem Arbeitsplatz auf das gesamte Praxiswissen zugreifen kann. Das können bebilderte Checklisten zum Aufdecken der Behandlungen sein oder einmal richtig vorbereitete Mitarbeiterunterweisungen, auf die du  dann jedes Jahr zugreifen können. Denn Arbeitsschutz ist in deiner Praxis keine Farce á la „Hier bitte unterschreiben, du kennst dich ja aus, oder?“ sondern ein wichtiger Baustein für einen sicheren und gesunden Arbeitsplatz.

Wäre es nicht beruhigend, wenn nicht nur Erika der Hygiene-Experte wäre, sondern jeder Bescheid wüsste und rechtskonform arbeitet? Wenn Erika ihr frisch erworbenes Hygiene-Know-How im Team teilen würde, sodass alle etwas davon hätten? Abläufe effizienter und sicherer würden? Nichts leichter als das. Teilt dieses Know How in Teambesprechungen. Wer Raum für Diskurs schafft, Raum für Wissenstransfer und Raum für neue Ideen, der schafft Transparenz. Der sorgt für gut informierte und gut qualifizierte Mitarbeiter. Der wird erstens unabhängig vom Wissen einzelner Leistungsträger und kreiert zweitens ein ganzes „Leistungsträger-Team“.

Die Folge? Effiziente und stabile Abläufe. Qualifiziertes und gleichermaßen routiniertes Arbeiten. Die strukturierte und zuverlässige Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. Denn:

Jeder weiß was zu tun ist.

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Ganz klar! Bis hierhin zu kommen, ist mit Arbeit und Durchhaltevermögen verbunden. Wenn du  aber bis hier hingekommen bist, also die gesetzlichen Vorgaben erfüllst und auch die Behandlungs- und organisatorischen Abläufe auf den Prüfstand gestellt hast, dann kannst du dich über einen nie dagewesenen Überblick freuen. Du kannst dich gelassen zurücklehnen und die nächste Begehung abwarten. Wenn du QM strukturiert und zielgerichtet einführst, dann weißt du spätestens jetzt, wo du stehst. Du kannst faktenbasierte Entscheidungen treffen.

Da du jetzt nicht mehr nur mit „Brände löschen“ und „Löcher stopfen“ beschäftigt bist, kannst du die freigewordene Zeit in deinen nachhaltigen Praxiserfolg investieren.

In gute Schulungen, in die strategische Weiterentwicklung der Praxis. Du kannst an der Feedback-Kultur arbeiten, die Urlaubsplanung nachschärfen, Hygieneabläufe effizienter gestalten, die Materialbestellung optimieren. Hier also auch Geld und Zeit sparen. Die Arbeitszufriedenheit weiter verbessern. Endlich mal wieder Mitarbeitergespräche führen. Und – ganz wichtig – Schlüsselmomente optimieren und auf deine Wunschpatienten ausrichten.

Wer seine Schlüsselmomente kennt, kann gezielt begeistern.

Also jene Abläufe, die bei Patienten eine sehr hohe Wertigkeit besitzen. Kein Mensch kann alles perfekt machen! Ist es da nicht naheliegend – ganz nach dem Motto „Work smart, not hard“ – die Schlüsselmomente deiner Praxis zu kennen und zu perfektionieren? Schlüsselmomente wurden von Prof. Dr. Gerhard Riegl in zahlreichen Studien belegt und es gibt eine Vielzahl von Vorschlägen, diese zu optimieren. Wäre es nicht eine gute Idee, sich damit einmal intensiver zu befassen? Und deine Patienten so zum Weiterempfehlen anzuregen? Wer hier tiefer einsteigen möchte, dem empfehle ich sein Buch „Erfolgsfaktoren für die zahnärztliche Praxis“.

Das menschliche Gehirn sucht immer nach der Bestätigung des ersten Eindrucks. Fällt dieser positiv aus, wird dein Patient während des gesamten Praxisbesuchs vornehmlich positive Aspekte wahrnehmen und folglich zufriedener mit der Behandlung sein. Fällt der erste Eindruck allerdings negativ aus, wirst du kaum eine Chance haben, diesen zu revidieren.

Einige dieser Momente sind z.B. der Empfang, eine ausführliche, verständliche und kostentransparente Beratung, die Gestaltung des Wartezimmers, eine sprechende Zahnheilkunde bzw. PZR, die Nachsorge nach OPs etc. Zufriedene Patienten sind das Eine. Ein wertschöpfender Patientenstamm aber entsteht erst durch konkrete und nachweisliche Weiterempfehlungen. Wie die entstehen und gefördert werden können, ist nicht nur spannend, sondern wirkt sich schnell auch auf Umsatz und Gewinn deiner Zahnarztpraxis aus.

Wenn du Qualitätsmanagement in den Alltag integrierst, wirst du durch die verbesserten Strukturen ganz automatisch dein Marketing verbessern. Du wirst dich als Experte für deine  Zielgruppe und als interessanter Arbeitgeber positionieren. Das gesteigerte Renommee wiederum hilft fir, die richtigen Mitarbeiter anzuziehen und weitere Patienten zu begeistern. Also einen wertschöpfenden Patientenstamm aufbauen. Die Wirtschaftlichkeit erhöhen.

Hohe Wirtschaftlichkeit zieht sich durch QM wie ein roter Faden.

Hier nur ein Beispiel… Du wirst viele Weitere finden.

Eine gute und stringente Einarbeitung sorgt dafür, dass der neue Mitarbeiter schneller in dein  Team integriert wird. Das gesamte Team findet als Gruppe schneller zusammen und kann schneller und besser performen. Außerdem ist der neue Mitarbeiter viel schneller leistungsfähig. Das schafft Zufriedenheit. Motivation. Loyalität. Denn er kann sich mit seinen Stärken und seinem Know How von Anfang an sinnvoll einbringen. Er kann etwas verändern. Auch hier entscheidet der erste Eindruck. Und wir wissen doch alle, wie anstrengend die ersten Tage im neuen Job sein können. Warum keinen Blumenstrauß als Willkommensgeschenk? Oder eine gut strukturierte Willkommensmappe. Warum keinen Mentor an die Hand geben? Die Zeit, die du zu Beginn investierst, wirst du später vielfach einsparen. Das ist Qualitätsmanagement.

Die Delegation von vollständigen Aufgabenbereichen führt zu mehr eigenverantwortlichem Handeln und weniger Fehlern. Empowerment im Team schafft für dich als Zahnarzt ganz konkrete Entlastung.

Die Folge von „durchgestylten“ Abläufen, ganz klaren Vertretungsregeln und passendem Personal, das langfristig an der Strategie mitwirken kann und will: dein nachhaltiger Praxiserfolg.

Das sind in meinen Augen die wichtigsten Schritte, die QM leisten kann, um die Praxisorganisation, ja den Praxiserfolg maßgeblich zu verbessern. QM will zu einer guten Gewohnheit werden und mitwachsen. Wer mit QM also nicht nur verwalten, sondern aktiv gestalten will, der hat – selbst wenn nur Teile davon  umgesetzt werden – so immens viel gewonnen.

WIE DU LÄSSIG STATT LÄSTIG ZUM ZIEL KOMMST.

Du hast mit QM schon so oft angefangen, kommst aber nicht richtig weiter? Du weißt noch nicht, worauf es ankommt & nicht zu wissen, wo du stehst, ist schwer auszuhalten?

Hol dir mein QM-MINI-AUDIT und lern, wie du den lange ersehnten Überblick gewinnst. Du findest schnell heraus, welche gesetzlichen Vorgaben du schon erfüllst & um welche Schritte du dich jetzt kümmern willst. 

Die Autorin und Auditorin steht für Qualitätsmanagement mit Leichtigkeit und Weitblick. In erster Linie muss QM von Anfang an nützlich und praktisch sein. Es soll dabei helfen, den Praxisalltag zu vereinfachen, gesetzliche Vorgaben einzuhalten, die Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verbessern und dabei die Praxisstrategie im Blick zu behalten.

Corona Schutzmaßnahmen in der Zahnarztpraxis

Corona Schutzmaßnahmen in der Zahnarztpraxis

Wer soll sich da noch auskennen? SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung, SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard oder die SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel. Welche Corona  Schutzmassnahmen in der Zahnarztpraxis gelten denn jetzt? Anforderungen ändern sich. Anforderungen kommen hinzu. Standardvorgehensweisen, Flussdiagramme… Es ist wieder einmal uferlos. Dabei willst du doch alles richtig machen und auf jeden Fall verhindern, dass sich das Virus in deiner Praxis ausbreitet.

Zudem fordert der Gesetzgeber von dir als Betreiber eine allgemeine Gefährdungsbeurteilung (§ 6 ArbSchG). Das heißt, du identifizierst und bewertest alle Gefahren in deiner Praxis und leitest wirksame Schutzmaßnahmen ein. Zu den Gefahren gehören z.B. 

  • Gefahrstoffe,
  • Infektionsgefahren durch scharfe oder spitze Instrumente,
  • Belastungen des Rückens und der Wirbelsäule,
  • UV-, Röntgen-, Laserstrahlung,
  • psychische Belastungen,
  • physische Belastungen,
  • Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle,
  • Wegeunfälle,
  • Elektrischer Strom,
  • Brand- und Unfallrisiken und
  • Gefahren, die von biologischen Arbeitsstoffen ausgehen.

Doch damit nicht genug. Nun fordert der Gesetzgeber darüber hinaus eine „SARS-CoV-2-Gefährdungsbeurteilung“ inklusive wirksamer Schutzmaßnahmen.
Aber welche Schutzmaßnahmen sind das?

SARS-CoV-2 wurde im Juni 2020 in die Liste der biologischen Arbeitsstoffe aufgenommen und der Risikogruppe 3 zugeordnet (Richtline 2000/54/EG Anlage 3). Laut Biostoffverordnung ist SARS-CoV-2 der Schutzstufe 3 zuzuordnen. Gut zu wissen! Denn jetzt kannst du in der TRBA 250 ganz einfach nachlesen, dass für Covid 19 die Schutzmaßnahmen der Schutzstufe 1-3 für dich verpflichtend sind. Das klingt jetzt komplizierter, als es ist, denn in der TRBA 250 sind die Maßnahmen wirklich verständlich beschrieben. Und du bist danach wesentlich sicherer und kennst dich aus. Nimm dir 15 Minuten Zeit und dann greif diese ganz konkret genannten Maßnahmen an. 

Darüber hinaus hat die BGW zum Thema Arbeitsschutz in Corona-Zeiten einen Branchenstandard entwickelt und fasst die gesetzlichen Anforderungen ganz kompakt zusammen. 

Mein Artikel will dir stichpunktartig einen Überblick verschaffen und dich in die komplexe Materie einführen. Ich denke, danach kannst du ganz gut einschätzen, wie es um den Arbeitsschutz in deiner Praxis bestellt ist und wo du noch  nachschärfen willst. 

Wie immer findest du am Ende des Artikels hilfreiche Links und weiterführende Informationen zu diesem omnipräsenten aber so unendlich wichtigen Thema „Arbeitsschutz in Zeiten von Corona“.

Corona Schutzmaßnahmen in der Zahnarztpraxis

Arbeitsplatzgestaltung

  • Mindestabstand von 1,5 Meter einhalten.
  • Eine Mindestfläche von 10 m² pro Person darf nicht unterschritten werden.
  • Falls mehrere Personen im Raum sind, ist die maximale Personenanzahl zu definieren.
  • Kann der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden, müssen andere organisatorische & technische Maßnahmen getroffen werden (z.B. Abtrennung an Anmeldung).

Sanitär- und Pausenräume

  • Hautschonende Flüssigseife, HDM & Einmalhandtücher zur Verfügung stellen
  • Warmlufttrockner vermeiden.
  • Hautschutz-/ Hautpflegemittel zur Verfügung stellen.
  • Händewaschregeln aushängen.
  • Hautschutz- & Händehygieneplan aushängen.
  • Gut lüftbare Pausenräume ausweisen.
  • Pausenbereiche nicht mit kontaminierter Arbeitskleidung betreten.
  • Abstandsregel auch in Sanitär- und Pausenräumen einhalten, z.B. durch Bodenmarkierungen, angepasste Bestuhlung, das regelmäßige Lüften oder Dauerlüften, gestaffelte Arbeits- und Pausenzeiten, idealerweise Pause im Freien.
  • Verkürzte Reinigungsintervalle, Sanitärräume sollen arbeitstäglich mind. 1x gereinigt werden.

Hausbesuche & Fahrten mit Dienstfahrzeugen

  • Gleichzeitige Nutzung von Fahrzeugen vermeiden.
  • alle Insassen tragen einen Mund-Nasen-Schutz.
  • Frischluftzufuhr während Fahrt.
  • Gebläse nicht auf Umluft einstellen.
  • Auto mit Utensilien der Händehygiene, HDM, Papiertüchern und Müllbeutel ausstatten.
  • Wechseln die Personen, so ist das Auto vor einem Fahrerwechsel zu reinigen.

Lüftung

  • regelmäßiges Stoßlüften/ Querlüften (im Winter 3-5 Minuten, im Sommer 10-15 Minuten)
  • Kennst du den Lüftungsrechner? Hiermit kannst du nach Bestimmung der Raumgröße und Anzahl der anwesenden Personen die Lüftungsintervalle bestimmen.
  • Ergänzende Lüftung über gekippte Fenster ergänzend zur Stoßlüftung kann sinnvoll sein.
  • Pausenräume regelmäßig lüften. Bei mehreren Personen im Raum dauerlüften.
  • Vorgaben für raumlufttechnische Anlagen beachten (RLT-Anlagen ). Weitere Informationen unter www.bgw-online.de/corona-lueftung

Besondere Infektionsschutzmaßnahmen

  • Patienten nach Betreten gründlich Hände waschen oder desinfizieren lassen.
  • Im Rahmen der Anmeldung bzw. Anamnese abklären, ob eines SARS-CoV-2 Infektion vorliegt oder ein Verdacht darauf besteht.
  • Patienten tragen Mund-Nasen-Schutz je nach Verordnung der Länder.
  • Beim Husten, Niesen abwenden, in Einwegtaschentuch & sofort verwerfen oder in die Ellenbeuge.
  • Schutzhandschuhe tragen, richtig anziehen und danach Händedesinfektion durchführen.
  • Mindestens FFP 2-Maske erforderlich.
  • Anzahl der Kontakte so gering wie möglich halten.
  • Dauer der Exposition so gering wie möglich zu halten.
  • Begrenzte Personenzahl.
  • Zur Minderung des betrieblichen Infektionsrisikos ist der Arbeitgeber verpflichtet, Beschäftigten, die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, mindestens zweimal pro Woche ein Schnelltest-Angebot zu machen.

Spezifische Infektionsschutzmaßnahmen für die Zahnarztpraxis sind in der TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst & TRBA 255 Arbeitsschutz beim Auftreten von nicht impfpräventablen respiratorischen Viren mit pandemischem Potenzial im Gesundheitsdienst festgelegt.

Weitere Empfehlungen im System von Standardvorgehensweisen für Zahnarztpraxen während der Corona-Virus-Pandemie  der IDZ, KZBV & BZÄK.

Interne Besprechungen und Schulungen

  • Sie sind auf das absolute betriebsnotwendige Minimum reduzieren oder zu verschieben.
  • Alternativ sind Videokonferenzen oder Telefonate einzusetzen.
  • Bei zwingend notwendigen Präsenzveranstaltungen müssen Hygiene- und Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Ausreichende Schutzabstände

  • 1,5 Meter konsequent einhalten.
  • Während der Behandlung dürfen sich unter konsequenter Einhaltung der Schutzmaßnahmen lediglich der Patient, behandelnder Arzt, Assistenz einander nähern.
  • Bei möglichen Personenansammlungen (Anmeldung u.ä.) müssen z.B. Bodenmarkierungen angebracht sein und die Personenanzahl gezielt angepasst werden.

Arbeitsmittel

  • Nach Möglichkeit personenbezogen verwenden.
  • Ansonsten regelmäßig desinfizieren.
  • Medizinprodukte gemäß Hygieneplan aufbereiten.

Arbeitszeit- und Pausengestaltung

  • Belegungsdichte zeitlich entzerren.
  • Nach Möglichkeit feste Teams.
  • Springertätigkeiten nach Möglichkeit vermeiden.
  • Zu Beginn, Ende, Pause muss durch technische/ organisatorische Maßnahmen ein Zusammentreffen mehrerer Beschäftigter auf engem Raum verhindert werden.
  • Bei Terminvergabe zeitlichen Mehraufwand für angepasste Hygienemaßnahmen / Lüften beachten.

Aufbewahrung von Arbeitskleidung & PSA

  • Personenbezogene Nutzung von PSA.
  • Arbeitskleidung und PSA ist getrennt von Alltagskleidung aufzubewahren (weitere Infos dazu TRBA 250).

Zutritt praxisfremder Personen

  • Möglichst nur nach Absprache (Nachvollziehbarkeit sicherstellen).
  • Wartezeiten durch realistische Terminvereinbarung minimieren.
  • Anzahl der Personen richtet sich nach Größe der Praxis und Gegebenheiten vor Ort.
  • Patienten über Abstand, MNS, Händehygiene, Einhalten Husten-Niesetikette, regelmäßige Lüftung zu informieren (Aushänge, Piktogramm).

Handlungsanweisungen für Verdachtsfälle

  • Bei Symptomen mit Verdacht auf SARS-CoV-2 hat der Beschäftigte die Praxis unverzüglich zu verlassen und sich ggf. in ärztliche Behandlung zu begeben.
  • Weitere Hinweise findest du im „System von Standardvorgehensweisen für Zahnarztpraxen während der Coronavirus-Pandemie“ (IDZ, KZBV, BZÄK). – siehe hilfreiche Links unten.

Psychische Belastung durch Corona minimieren

Zusätzliche psychische Belastungen wie Ängste, Verunsicherung, hohe Arbeitsintensität, Konflikte mit Patienten in Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen und Maßnahmen ergreifen (wertvolle Handlungsanweisungen findest du in den hilfreichen Links).

Mund-Nasen-Schutz und Persönliche Schutzausrüstung

  • Beschäftigte tragen in den Praxisräumen mindestens einen Mund-Nasen-Schutz.
  • Bei unmittelbarem, engem Kontakt mit Abstand unter 1,5 m zu Patienten ist eine FFP2-Maske oder gleichwertige Atemschutzmaske zu tragen, nach Maßgabe der Gefährdungsbeurteilung außerdem Schutzkleidung und Augenschutz.
  • Die Regelungen der Länder und des Bundes sind verpflichtend und ebenfalls von den Arbeitgebern umzusetzen.
  • Mund-Nasen-Schutz oder Atemschutzmasken sind nach Herstellerangaben zu verwenden und zu wechseln (sofort bei Durchfeuchtung).
  • Die Praxisleitung hat Mund-Nasen-Schutz und Persönliche Schutzausrüstung wie Atemschutzmasken, Schutzkittel, Handschuhe und Augenschutz in ausreichender Zahl zur Verfügung zu stellen und die Beschäftigten im Umgang zu unterweisen.
  • Tragezeiten/ Belastungen durch andere Tätigkeiten und regelmäßige Pausen reduzieren.

Unterweisung und aktive Kommunikation

  • Unterweisungen zum Arbeitsschutz müssen auch während der Pandemie durchgeführt werden.
  • Präventions- und Schutzmaßnahmen müssen bekannt sein. Unterweisungen schaffen Sicherheit.
  • Die Fachkraft für Arbeitssicherheit oder den Betriebsarzt bei der Vorbereitung ggf. einbeziehen.
  • Regelmäßigen Informationsfluss sicherstellen und Schutzmaßnahmen wie persönliche und organisatorische Hygieneregeln erklären.

Arbeitsmedizinische Vorsorge und Schutz besonders gefährdeter Personen

  • Die Arbeitsmedizinische Vorsorge hat weiterhin stattzufinden.
  • Auf Wunschvorsorge ist hinzuweisen, wenn bei Beschäftigten mit Vorerkrankungen ein schwerer Verlauf von Covid 19 zu befürchten ist.
  • Ängste und psychische Belastungen sollten ebenfalls thematisiert werden.
  • Arbeitsmedizinische Vorsorge kann auch telefonisch erfolgen. Ggf. schlägt der Betriebsarzt weitere Corona Schutzmaßnahmen in der Zahnarztpraxis vor, sollten die getroffenen Maßnahmen nicht ausreichen.

Quelle: BGW Info „SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard für ärztliche und zahnärztliche Praxen (Stand 11. Februar 2021)

Hilfreiche Links zum Thema Corona Schutzmassnahmen in der Zahnarztpraxis:

Branchenstandard der BGW zum Thema: https://www.bgw-online.de/SharedDocs/Downloads/DE/Corona/SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard-Human-Zahnmedizin_Download.pdf?__blob=publicationFile

SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordung: https://www.bundesanzeiger.de/pub/publication/5QH1uegEXs2GTWXKeln/content/5QH1uegEXs2GTWXKeln/BAnz%20AT%2022.01.2021%20V1.pdf?inline

SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel: https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/AR-CoV-2/pdf/AR-CoV-2.pdf?__blob=publicationFile&v=6

SARS-CoV-2 Arbeitsschutzstandard: https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arbeitsschutz/sars-cov-2-arbeitsschutzstandard.pdf?__blob=publicationFile&v=1

TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege: https://www.bgw-online.de/DE/Medien-Service/Medien-Center/Medientypen/DGUV-Vorschrift-Regel/TRBA250-Biologische-Arbeitsstoffe-im-Gesundheitswesen-und-in-der-Wohlfahrtspflege.html

TRBA 255 Arbeitsschutz beim Auftreten von nicht impfpräventablen respiratorischen Viren mit pandemischem Potenzial im Gesundheitsdienst: https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/TRBA/TRBA-255.html

System von Standardvorgehensweisen für Zahnarztpraxen während der Coronavirus-Pandemie (IDZ, KZBV, BZÄK) https://www.idz.institute/publikationen/sonstiges/system-von-standardvorgehensweisen-fuer-zahnarztpraxen-waehrend-der-coronavirus-pandemie.html

DGUV Handlungshilfe „Psychische Belastung und Beanspruchung von Beschäftigten im Gesundheitsdienst während der Coronavirus-Pandemie: https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/3855

DGUV Plakat & Aushang: Allgemeine Corona Schutzmaßnahmen
https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/3787

Aufkleber für Spiegel „Richtig Händewaschen“
https://www.infektionsschutz.de/mediathek/printmaterialien/detail.html?tx_bzgashop_fe6[articleNumber]=1613&tx_bzgashop_fe6[parentArticles]=0&cHash=69e127841d7edf4ab4394ed32b9ac126

WIE DU LÄSSIG STATT LÄSTIG ZUM ZIEL KOMMST.

Du hast mit QM schon so oft angefangen, kommst aber nicht richtig weiter? Du weißt noch nicht, worauf es ankommt & nicht zu wissen, wo du stehst, ist schwer auszuhalten?

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Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung

Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung

Wollen wir das nicht alle? Einen gesunden und sicheren Arbeitsplatz, an dem wir uns wohl fühlen? An dem wir uns einbringen können. Einen wertvollen Beitrag leisten können?

Es gibt einen wirksamen Weg. Er klingt vielleicht bürokratisch. Ist aber ein immens wirksames Werkzeug. Die Gefährdungsbeurteilung. 

5 Gründe für eine Gefährdungsbeurteilung

Sie ist gesetzliche Pflicht.

Die Verantwortung und Aufgaben der Praxisleitung zu regelmäßigen Durchführung und Dokumentation von Gefährdungsbeurteilungen sind in den §§ 5 und 6 des Arbeitsschutzgesetzes verankert und in der DGUV Vorschrift 1 bzw. DGUV Regel 100-01 (Grundsätze der Prävention) näher geregelt.

Sie macht Sicherheit planbar.

Die Gefährdungsbeurteilung ist die zentrale Planungsgrundlage für Sicherheit und Gesundheit im Betrieb.

Sie macht dein Engagement sichtbar.

Die Gefährdungsbeurteilung ist ein wichtiges Führungsinstrument, um den verantwortlichen Umgang mit dem Thema Arbeitsschutz verlässlich zu gestalten und zu dokumentieren. Die Beschäftigten beteiligen sich mit ihrer Expertise für ihren Arbeitsplatz.

Sie lenkt den Fokus auf wichtige Fragen

Die Beschäftigung mit der Gefährdungsbeurteilung lenkt den Fokus auf das, was wirklich wichtig ist: Was kann die Sicherheit und Gesundheit deines Teams bei welchen Tätigkeiten gefährden? Und wie lassen sich Sicherheit und Gesundheit gewährleisten?

Sie zahlt sich aus.

Rechtzeitig erkannte Gefährdungen können mit geeigneten Maßnahmen aus dem Weg geschafft oder minimiert werden und verhindern Störungen im Praxisablauf. Es kommt zu weniger unfall- bzw. krankheitsbedingten Ausfällen. Verbesserte Arbeitsbedingungen fördern die Qualität. Das fördert die Leistungsfähigkeit. Das wiederum führt zu mehr Motivation steigert die Leistungsbereitschaft.

Und unabhängig davon zeigst du jedem einzelnen Mitarbeiter, dass er dir wichtig ist. Ein enorm wichtiger Punkt, wenn es um wertschätzende Führung geht. 

Eine Gefährdungsbeurteilung betrachtet und bewertet vielseitige Gefahren. So zum Beispiel elektrische Gefährdungen oder Gefährdungen durch ungünstige Arbeitsumgebungen wie Lärm und biologische Gefahrstoffe. Sie betrachtet aber auch das Thema Arbeitszeitgestaltung und Gefährdungen durch psychische Belastung. 

Gerade in Zeiten von Corona ist es wichtiger denn je, die psychische Belastung deiner Mitarbeiter auf dem Schirm zu haben. Egal mit wem man sich derzeit unterhält und das Thema Belastung durch Corona anspricht. Ich persönlich habe das Gefühl, dass viele Menschen zunehmend erschöpft und müde sind.

Es fällt zunehmend schwer, Abstand zum Job zu finden. Sich abzugrenzen und eine gesunde Work Life Balance zu finden. Entweder, weil sich das Homeoffice bis 22 Uhr oder später hinzieht  – weil die Kinder dann endlich im Bett sind und man endlich in Ruhe und ungestört arbeiten kann. Vermeintlich in Ruhe. Denn wenn die Augen bis spät in den Abend auf den Bildschirm gerichtet sind und sich kurz vor dem Schlafen gehen noch alles um die Arbeit dreht, kann das auf Dauer nicht gesund sein.

Mir fällt auf, dass es den Mitarbeitern auch in den Praxen zunehmend schwer fällt, sich abzugrenzen. Schwingt doch immer die latente Angst mit, dass man sich ansteckt. Oder trotz aller Vorsicht nicht alle Schutzmaßnahmen optimal umgesetzt werden – und sich in der eigenen Praxis jemand ansteckt. Ausfällt. Möglicherweise sehr lange ausfällt.

Darum ist das Thema psychische Belastung am Arbeitsplatz essentiell für ein zufriedenes, gesundes und leistungsbereites Team.

Psychische Belastung wirkt auf dich noch abstrakt? Wenig greifbar? Im Folgenden zeige ich dir die Handlungsfelder, die zu psychischen Belastungen führen können. Anschließend ist es denkbar einfach,  vorbeugende Maßnahmen einzuleiten. Und die psychische Gesundheit deines Teams zu fördern und aufrecht zu erhalten.

Es geht darum, Belastungen insgesamt zu reduzieren. Sie leisten keine Erste Hilfe bei ganz individuellen Problemen einzelner Kollegen. 

Grundsätzlich hältst du dich auch bei der Gefährdungsbeurteilung Psychische Belastung  an den vorgegebenen Ablauf:

  1.  Gegenstand der Beurteilung festlegen
  2. Belastungen ermitteln
  3. Belastungen beurteilen
  4. Maßnahmen entwickeln und umsetzen
  5. Wirksamkeit kontrollieren
  6. Gefährdungsbeurteilung aktualisieren und fortschreiben
  7. dokumentieren

In den hilfreichen Links findest du die BGW Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung der psychischen Belastung, auf die ich mich beziehe.

Gefährdungsbeurteilung Psychische Belastung: Handlungsfelder im Überblick

  • Arbeitsinhalt und Arbeitsaufgabe,
  • Arbeitsorganisation,
  • soziale Beziehungen,
  • Arbeitsumgebung
  • Neue Arbeitsformen

Arbeitsinhalt und Arbeitsaufgabe

Vollständigkeit der Aufgabe

Stelle sicher, dass die von dir übertragenen Aufgaben nicht nur einzelne Bereiche, sondern alle Aspekte von der Vorbereitung über die Ausführung bis hin zur Kontrolle beinhalten.

Es muss für jeden Mitarbeiter glasklar sein, welchen Anteil er an der Gesamtleistung der Praxis hat. Welchen Beitrag er zum Gesamtziel leistet.  

Handlungsspielraum

Haben die Mitarbeiter Einfluss auf den Arbeitsinhalt? Gibt es Handlungsspielräume hinsichtlich der Entscheidung für Arbeitsmethoden? Können sie die Reihenfolge der Tätigkeiten eigenverantwortlich wählen? Gibt es Entscheidungsspielraum? Gestaltungsspielraum?

Stelle sicher, dass deine Mitarbeiter ihre Ideen und Erfahrungen einbringen können. Dass sie sich verwirklichen können und spüren, dass sie etwas bewegen können.

Abwechslungsreichtum

Achte darauf, dass die Tätigkeiten abwechslungsreich bleiben. Allerdings darf allzuviel Abwechslung auch nicht überfordern. Ein wirkungsvoller Weg für mehr Abwechslung ist die sogenannte „Job-Rotation“.

Das bedeutet, dass Mitarbeiter regelmäßig an unterschiedlichen Arbeitsplätzen arbeiten. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Dein Mitarbeiter lernt unterschiedliche Bereiche kennen. Er weiß also, auf welche Infos, Formulare, Materialien etc. es an diesem Arbeitsplatz ankommt, sodass störungsfrei gearbeitet werden kann. Das fördert eine ganz neue Sichtweise für Schnittstellen und die Zusammenarbeit wird sich ganz automatisch verbessern. Dein Team wird viel schneller auf Verbesserungspotentiale aufmerksam, weil die Zusammenhänge klarer werden. Weil sie den kompletten Behandlungsablauf, Aufbereitungsprozess oder die Bestellungen im Blick haben. Klingt nach Utopie? Probier es einfach aus.
  • Du bist unabhängiger von einzelnen Mitarbeitern, weil sich jeder Mitarbeiter an jedem Arbeitsplatz auskennt. Vielleicht nicht optimal, aber zumindest so gut, dass der Betrieb auch bei Personalausfall aufrecht erhalten werden kann. Und die Röntgenbilder auch verschickt werden können, wenn Maria schon im Feierabend ist.
  • Die Abwechslung fördert die Motivation und das Engagement.

Information und Informationsangebot

Fühlen sich deine Mitarbeiter ausreichend und rechtzeitig informiert? Wie informierst du dein Team? Jeden morgen in einer ruhigen Minute zum Tagesbriefing? Oder zwischen Tür und Angel einzelne Mitarbeiter? Geplant in Teambesprechungen? Holschuld? Bringschuld? Reizüberflutung und fehlender Überblick durch Postits am schwarzen Brett?

Eine strukturierte Informationsweitergabe an das gesamte Team ist Gold wert und fördert Fairness und Vertrauen. Etabliere eine Holschuld. Das heißt, jeder Mitarbeiter muss wissen, wo er neue Informationen nachlesen kann, falls er die Teambesprechung verpasst hat. Du willst darauf achten, dass sich niemand benachteiligt fühlt. Achte auf eine transparente, sachliche Infoweitergabe. Denke daran, dass du verpflichtet bist, neue Geräte mit Protokoll einzuweisen. Das hat zum einen mit Patienten – und Mitarbeitersicherheit zu tun. Zum anderen mit deiner Haftung, falls es zum Unfall kommt.

Verantwortung

Sind die Kompetenzen und Verantwortlichkeiten klar geregelt? Oder kommt es durch unklare Strukturen und Prozesse häufiger zu Missverständnissen oder Konflikten?

Dann kann es schon mal vorkommen, dass das die Papierhandtücher im Patienten-WC ausgehen und erst bestellt werden müssen. Oder die Laborarbeit nicht rechtzeitig geliefert wurde und der Patient mit neuem Termin unzufrieden die Praxis verlässt.

Besser wenn ganz klar ist, wer sich um was kümmert.

Qualifikation

Passen die Tätigkeiten zur Qualifikation deiner Mitarbeiter? Sind sie ausreichend qualifiziert? Sind sie angemessen eingewiesen und eingearbeitet? Oder sind sie für ihre Tätigkeiten überqualifiziert oder fühlen sich häufig unterfordert?

Sprich mit deinen Mitarbeitern und überlegt gemeinsam, ob sie weitere Unterstützung benötigen und wie du ihnen dabei helfen könntest. Kann ein Kollege unterstützen? Braucht es eine Fortbildung?

Emotionale Inanspruchnahme

Ist dein Team mit Emotionen wie Wut, Trauer oder Angst konfrontiert? Müssen Mitarbeiter ständig auf die Bedürfnisse anderer eingehen? Ist dein Team mit Belästigungen, Übergriffen oder einem erhöhten Risiko durch Aggression oder Gewalt ausgesetzt?

Arbeitsorganisation

Arbeitszeit

Reicht die Zeit zwischen Arbeitseinsätzen für Erholung aus? Können die Mitarbeiter ihre Pausen tatsächlich wahrnehmen? Können Überstunden kurzfristig wieder abgebaut werden? Gibt es eine definierte Obergrenze für Überstunden? Wie verlässlich sind freie Zeiten? Welche Ausgleichsregelungen gibt es, wenn die Ruhezeiten doch unterbrochen werden? Werden bei der Dienstplanung individuelle Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigt? 

Arbeitsablauf

Sind Arbeitstempo und -inntensität häufig hoch, herrschen Zeit- und Leistungsdruck? Fallen viele Aufgaben gleichzeitig an? Kommt es häufig zu Störungen und Unterbrechungen? Ist der Personalschlüssel angemessen? Ist die Arbeitsmenge realistisch geplant? Welchen Einfluss haben Überlastungsanzeigen der Mitarbeiter? Wird nach Lösungen gesucht?

Kommunikation und Kooperation

Führt ihr in der Praxis regelmäßig Teambesprechungen durch? Haben sich Kommunikationsregeln und Strukturen etabliert (z.B. Tagesbriefing, große und kleine Teambesprechungen? Sorgst du hier für das leibliche Wohl? Sind die Aufgaben – und Verantwortungsbereiche definiert und den Beteiligten bekannt?

Soziale Beziehungen

Kolleginnen und Kollegen

Wie sind die Beziehungen zwischen den Mitarbeitern? Wie ist der Zusammenhalt und die Unterstützung im Team? Wird die gegenseitige Wertschätzung im Team gefördert? Wechselt die Zusammenarbeit im Team häufig? Wie hoch ist die Fluktuation? Gibt es Rollenkonflikte oder persönliche Konflikte? Wie steht es um die Umgangsformen? Sind Konflikte oder Mobbing ein Thema? Und falls ja, können Teams auf professionelle Unterstützung in Form von Supervision oder Coaching zurückgreifen?

Führungskräfte

Hier steht dein Führungsstil im Vordergrund. Wie sind die Beziehungen zwischen dir und deinem Team? Gibt es angemessene Rückmeldung zu Leistungen und Ergebnissen?

Wie ist der Umgang mit Fehlern und Konflikten? Förderst du die gegenseitige Wertschätzung zwischen dir und deinem Team?

Arbeitsumgebung

Physische Faktoren

Sind die Arbeitsplätze ergonomisch gestaltet? Müssen die Mitarbeiter schwere körperliche Arbeit leisten?

Physikalische und chemische Faktoren

Erzeugt eine ständige Geräuschkulisse Stress? Stören Raumklima, Gerüche, Lichtverhältnisse oder Ähnliches das Wohlbefinden?

Arbeitsmittel

Stehen die für eine Aufgabe benötigten Arbeitsmittel in der erforderlichen Qualität und Quantität zur Verfügung? Und ist die Bedienbarkeit an die Erfordernisse der Anwender angepasst?

Eine Gefährdungsbeurteilung ist mehr als vermeintliche Bürokratie

Kaum ein anderes Führungskräfte-Tool erlaubt dir, soviel für die Gesundheit und das Wohlbefinden deiner Mitarbeiter – und damit auch für die Zufriedenheit und Empfehlungsrate deiner Patienten – zu tun. Auch wenn dich der vermeintliche Aufwand einer Gefährdungsbeurteilung im Moment noch abschreckt. 

Gehe einfach den ersten Babyschritt. Und dann den nächsten. Und analysiere ganz ehrlich und gemeinsam mit deinem Team die Belastungen und Gefährdungen, die in deiner Praxis objektiv und subjektiv wahrgenommen werden. Die BGW stellt tolle Vorlagen zur Verfügung, sodass du hier einen schnellen und einfachen Einstieg findest.

Es geht nicht darum, bürokratische Vorgaben abzuarbeiten. Sondern es geht darum, sich ganz konkret und ehrlich mit den Gefahren auseinander zu setzen, denen deine Mitarbeiter TAGTÄGLICH ausgesetzt sind. 

Eine Gefährdungsbeurteilung ist gesetzliche Pflicht. Sie macht Sicherheit planbar. Sie macht dein Engagement sichtbar. Sie lenkt den Fokus auf die wirklich wichtigen Fragen. Sie zahlt sich aus. Und unabhängig davon zeigst du jedem einzelnen Mitarbeiter, dass er dir wichtig ist. 

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